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Aus Liebe zu mir selbst

Anfang der Woche zog ich diese GFK Karte über Selbstliebe. Und, was soll ich sagen? Es war schwieriger als gedacht.

Dabei war es zu Beginn eigentlich ganz einfach. Selbstwertgefühl auf einem ungewohnten Allzeithoch. Verbunden mit einem gesunden Selbstbewusstsein. Immerhin hatte ich beruflich und privat ein paar kleinere Erfolge zu verbuchen. Weil ich mich Herausforderungen gestellt hatte. Knoten lösen konnte. Zum Beispiel den mit der Fotografie.

Viel zu lange war ich hier innerlich blockiert. Dabei bedeutet mir dieses Hobby so viel. Auch weil es mich beruhigt. „Es ist also wie Angeln“, stellte eine Freundin von mir fest. Ja, fast wie Angeln. Man fischt nach dem tollsten Motiv. In diesem Fall ist das für mich das Leben. Ein besseres gibt Thema gibt es gar nicht. Snapshots von Augenblicken. Aber in gut.

Gegen Ende der Woche bin ich dann gedanklich nochmal etwas tiefer gekommen. Neben neuen Perspektiven, Themen mit einer anderen Sichtweise zu sehen, kam Vergangenheit hoch. Erinnerungen, an denen ich etwas zu beissen hatte. Und für einen Augenblick war da ganz viel Selbsthass. Ob dem Scham über gesagtes, geschriebenes. Aus einer Zeit, die mich jahrelang so sehr geprägt hat. Emotionale Erinnerung – verdrängen ist eben keine Option.

Ich war nicht immer kein Arschloch. Sicherlich nicht. Und während manches entschuldbar sein mag, anderes ist es nicht. Doch man kann die Vergangenheit nicht ändern. Daher ist es für mich, ganz persönlich, wichtig darauf zu achten das ich weiterhin achtsam bin. Wie richtig und wichtig das ist, dass hat mir diese Woche nochmal gezeigt. Auf so vielen Ebenen. Wofür ich sehr dankbar bin. Definitiv. Es ist der Weg zur inneren Balance. Plus. Minus. Gleichgewicht.

Und weil ich das für mich erkannt habe, darum liebe ich mich grad auch wieder etwas mehr. Alleine weil ich weiss, dass ich es nicht nur kann. Sondern auch so möchte. Und mein Umfeld bestätigt mir das es funktioniert. Da jede Aktion eine Reaktion mit sich bringt.

Ursache, Wirkung. Das wusste schon Buddha. War ein schlauer Mensch. Dieser Buddha. Und ich bin gespannt, welche Karte ich nächste Woche ziehe.

Der kleine weiße Punkt ist übrigens der Mond.
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Messlatten, so tief wie Limbostangen

Die Kunst ist es nicht, das Niveau stetig zu steigern.

Die Kunst ist es, das Niveau immer auf dem gleichen Level zu halten. Dies gilt auch für die Augenhöhe & gegenseitige Wertschätzung.

Wem das zu einfach erscheint, der kann hier gerne aufhören zu lesen. Und sich an die Arbeit machen. Denn von dem erwarte ich weltbewegendes. Das wäre dann nämlich die Kür.

Und die anderen? Meine Hoffnung ist, dass wir niemals die eigene Messlatte senken. Und unsere Mitmenschen dabei unterstützen, diese zu erreichen. Dabei sind keine grossen Schritte notwendig. Es reichen ganz kleine Gesten. Und weil ich niemanden belehren möchte, hier mal ein paar Punkte wie ich das mache. Einfach so.

Schenke Deinen Mitmenschen ein Lächeln. Man muss ja nicht gleich alle Menschen angrinsen. Dennoch kann man freundlich sein. Einen wachen, offenen Blick. Ein sanftes Lächeln. Ich übe das täglich vor dem Spiegel. Damit ich es nicht verlerne.

Ebenfalls einen positiven Effekt kann man mit Demut herbeiführen. Sei es das Vorlassen anderer an der Kasse, das Anbieten eines Sitzplatzes. Wir haben alle gleichviel Zeit. 24 Stunden pro Tag. Niemand kann etwas für den Stress in unserer Zeitplanung. Und dessen Ablauf. Somit sollten wir Abstand nehmen davon, dass auf andere zu transferieren. Etwas Demut, vor allem vor sich selbst. Gleichwohl fördert es unsere eigene Geduld. Meines Erachtens ist das eine sehr einfach Übung. Denn niemand ist mehr.

Abstand, gutes Stichwort. Und eine Überleitung. Nicht schubsen, drängeln, der Aura seiner Mitmenschen wertschätzen. Wo ein Körper ist, da kann ein anderer nicht sein. Wir sind hier nicht beim Billiard. Und unsere Mitmenschen sind keine Kugel. Die man wegstösst, nur um eine bessere Position zu erlangen. Ausserdem unterscheidet uns das von Tieren. Wobei selbst die teils ein sozialeres Verhalten aufweisen.

Menschen beim Namen nennen, auch so eine Wunderwaffe der Freundlichkeit. Menschen die im Verkauf arbeiten kennen das vielleicht. Dieses Gefühl, wenn man ein Namensschild trägt. Und Menschen einen behandeln, wie wenn man für sie und nur für sie angestellt wurde. Herrgott nochmal, Verkaufspersonal ist keine „niedere Kaste“. Und auch Personal hinter einem Schalter, sei es auf Ämtern, Dienstleistungsbüros, In der Pflege, in Hotels: da arbeiten Menschen. Alle haben einen Namen. Die meisten tragen sogar ein Schild. Auf dem steht der Name drauf.

Eine der krassesten Beobachtungen, die ich gemacht habe, war die, als ich in einem Supermarkt eine Verkäuferin mit Namen angesprochen habe. Sie schaute mich freudig an. Leicht irritiert das ich ihren Namen wusste. Ihr Gesichtsausdruck erhellte sich, ich stellte eine Frage. Und bekam eben keine ruppige Antwort. Im Gegenteil. Warum das krass war, fragst Du Dich vielleicht?! Nun, wenn jemand überrascht ist das man sie / ihn mit Namen anspricht, dann ist sowas vermutlich eher selten. Namen sind der Identifier #1. Bereits als Kind lernen wir das. Ein Name gibt uns das Gefühl nicht ‚7 of 9‘ zu sein. Auch wenn es Milliarden von uns Menschen gibt.

„Guten Tag/auf Wiedersehen“, „bitte/danke“, die Klassiker. Und Klassik ist out. Andererseits war früher doch alles besser. Es gab mehr Lametta und beim Metzger hat man als Kind eine Scheibe Wurst bekommen.

Was war ich damals gerne mit meinem Opa morgens einkaufen? Er setzte sich seine Batschkappe auf, ich bekam auch eine. Damit ich ausschaute wie mein Opa. „Männel“, sagte er in bestem Monnemerisch: „Jetzt gehe ma mol die Hauptschtross nunner.“ Und dann öffnete er das Hoftor, nahm meine Hand und wir liefen los.

Mein Opa grüsste jeden, freundlich. Er kannte alle mit Namen. Und jeder kannte seinen Namen. Wenn er jemandem besonders mochte, dann blieben wir stehen. In einem gebührenden Abstand. Er stellte mich allen Menschen vor. Damit sie auch meinen Namen kannten. Meist waren es kurze Gespräche. Aber dafür viele.

Wir kauften eine Zeitung. Bei Herrn Wagenhals. Dem Schreibwarenhändler. Dort unterhielt sich mein Opa dann etwas länger. Während ich mich geduldig auf das Highlight freute. Dem Besuch beim Metzger. Dort gab es nämlich immer eine Scheibe Wurst. Für die ich mich bedankte, bevor ich reinbiß. Und wenn ich es mal vergass, dann schaute mein Opa mich fragend an. „Männel, wie sacht ma?“ Ich blickte kurz auf. Schaute dann zur Verkäuferin, hinter dem Tresen: „Danke, Frau Schmidt.“ und Frau Schmidt erwiderte lächelnd: „Losses Dir schmegge, Männel.“

Hatte es wer eilig, dann wurde höflich vorgelassen. „Mir hawwe Zeit. De Krieg war schlimmer, Männel.“

Recht hatte er. Und ich habe mich auch immer sicher gefühlt. Weil uns niemand angerempelt hat. Die Menschen waren wohlwollend und wertschätzend. Respektvoll. Eben.

Wir leben heute in einer absoluten Wohlstandsgesellschaft. Alles ist immer und überall verfügbar. Und dennoch benehmen sich manche, wie bei einer Raubtierfütterung. Der Rang-und Hackordnung agierend. Anstand scheint nur selten vorhanden zu sein, Während sogar Maulwürfe darüber klagen, dass die Limbostange zu niedrig aufgesetzt wurde. Siehst Du auch, wie schwierig es scheint, dass Niveau nur annähernd auf dem von damals zu halten? Und wie wir selbst dazu beitragen können, dieses zu erlangen? Das ist die Kür.

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Bissel viel Verkehr, grad.

„Rausgehen“, flüstert die aktuelle Wetterlage. Während das zugemüllte Mailfach „Arbeit! Performance!“ schreit. Gespickt mit Durchhalteparolen der Führungsriege. Kiennas, wir müssen reden. Was ist denn hier grad wieder los?

Jahrelang galt das HomeOffice als Garant für effizientes Arbeiten. Bei einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Gerade für fokussierte, deep diving Arbeiten, Prozessanalysen, Konzeption. Ohne stressige Fahrten ins Büro, direkt an den Schreibtisch. In den eignen vier Wänden. Ungestörte Produktivität.

Dann kam Corona. Endlich konnten viele live erleben, wie vernünftiges Arbeiten funktioniert. Oh Mann, ich und meine kindliche Naivität.

Anfangs war noch alles cool. Teams versuchten sich neu aufzustellen. Die Kommunikation zu organisieren. Wie bleibt man close‘n next to each other? Jetzt wo die kurzen Schwätzchen, die man zuvor beim Gang an die Kaffeemaschine gehalten hatte, plötzlich weggefallen waren. Wo man sich nicht mal mehr eben zu seinem Tischnachbar wenden kann? Eine Frage stellen. Das Publikum fehlt? Wenn man sich nach einem Call aufrichtet und ein Kommentar abgibt. Selbst, wenn man sich nur eben kurz Luft machen möchte.

„Die Innovation kommt abhanden“, unkten einige. Gerade die, die sich gerne mal in den Meetingräumen zu esoterischen Keksrunden trafen. Sehr wohl jedoch die Konzentration häufig am meisten benötigten. So ein Source-Code schreibt sich ja nicht von allein. Noch nicht zumindest. Aber wir arbeiten daran.

Tatsächlich gibt es Menschen, die brauchen dieses „miteinander“. Das Gefühl dass da noch wer ist. Beim arbeiten. Damit sie sich nicht alleine fühlen. Sondern als Teil von etwas. Ok, fair point.

Aber es gibt auch Menschen wie mich. Mir reicht ein Telefon. Anruf, Frage stellen, abklären, auflegen. Back, to get things done.

Wäre da nicht diese e-Mail Flut. Dieser Wunsch anderer, over socializing zu betreiben. Zig Menschen auf dem Verteiler. Wieso fehlt der CEO?

Dabei achte ich für mich schon sehr darauf, dass in den Calls die richtigen Leuten aufeinandertreffen. Und wenn es eben noch wenn benötigt, damit ein Prozessschritt fulfilled wird: ich nehm den Menschen mit dazu.

Doch wieso flutet man die Menschheit mit allen möglichen Themen? Meetings im 30 Minuten Takt? Ist doch schon schwierig genug ein Thema entsprechend zu priorisieren. Die wichtigste Mail aus allen herauszufinden. Zu bearbeiten. Gleich früh morgens. Aber wir arbeiten ja from Home. Da kann man ja auch ruhig von einem Meeting ins nächste. 3-4 Stunden. In a row. Get it sorted.

Wenn mir jemand erzählt das ein Bürojob nicht soo stressig sein kann: be my guest. Dann hüpfen wir von Call zu Call. Zusammen. Mit ständig wechselnden Themen. To dos. Weil der Output ja auch bearbeitet werden möchte. Während weiter Mails ins Postfach strömen. On top.

Objektiv betrachtet braucht es eine gesunde Work-Life-Balance, gerade jetzt, mehr denn je. Und wer von zu Hause arbeitet, der kann sich folgende Tipps hier gerne picken:

• auch zu Hause: geregelte Arbeitszeiten. Mach Dir einen Plan. Wann Du anfängst. Wann Du aufhörst. Auch Pausen.

• Mails: nicht jede Mail sofort abrufen. Wäre es extrem wichtig (auf der Zeitachse), dann würde man Dich anrufen. Schedule Dir, wann Du Deine Mails liest.

• Priorisierung: entweder der Taskliste folgend. Oder sortiert nach den Absendern gemäss Deiner Organisationsstruktur.

• Calls: bei einer Stunde, schedule auf 45 Minuten. Das schafft Zeit zum Nacharbeiten und Vorbereiten (für den nächsten Call). 30 Minutes Calls sparsam annehmen. Ggf absagen und eine neue Zeit vorschlagen.

• Socializing: plane Dir jeden 2. Tag 15 Minuten Video Calls mit Kollegen. So bleibst Du in Kontakt. Und der Austausch ist gewährleistet.

• Don‘t panic! Wenn Dein Tagesablauf gestört wurde, hänge die Zeit hinten ran. Ein Peak ist verkraftbar. Aber eine weitere Störung am Folgetag, durch das Nacharbeiten, schafft nur Chaos.

Ganz grundsätzlich: mach Dir bitte bewusst, dass auch Deine Kollegen und above in einer Ausnahmesituation sind. Konfrontiert sind mit ihrem privaten Umfeld. 24*7. Manche wirken, oder sind tatsächlich, gestresst. Überfordert. All good. Be patience.

So. Ich gönn mir jetzt win Glacé. Work Life Balance. In der Sonne. Der Hammer fällt. Mit einem lauten ‚Klonk‘ zu Boden.

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GFK Karte der Woche 3/58

Montag früh. Und während ich mir bewusst mache, dass ich mein Tellerchen aufgegessen hatte gestern, plätschert der Regen vor sich hin. Es ist ein milder Sommerregen. Allerdings geht das bereits seit Stunden so. Zumindest ist es nicht meine Schuld. Demnach kann ich beruhigt sein.

Zeit eine neue GFK Karte zu ziehen. Selbsteinfühlung. Spannend. Also nicht zu streng mit sich selbst sein. Vor allem keinen Selbsthass entwickeln. Puh!

Nun ist es nicht so das ich mich nicht mag. Gut, es gab schon andere Tage. Aber derzeit mag ich mich extrem. Ich bin liebevoll gegenüber meinen Mitmenschen. Ganz sicher sogar. Was allein schon daher rührt, da ich keine ironischen, gar sarkastische Aussagen treffe. Probleme behandle ich seit ein paar Wochen sogar eher belustigt. Freudig. Und lachend. Alleine das ich lache fällt anderen Menschen auf. Und sie begegnen mir ebenfalls weniger ernst. Ich empfinde das positiv. Weswegen ich das erstmal so lasse.

Meine Work-Life-Balance ist durchaus sehr ausgewogen. Was mich schon etwas stolz macht. Weil ich mitunter kein Maß gefunden hatte. Dafür mag ich mich auch.

Selbstfürsorge steht für mich mehr im Fokus denn je. In allen Belangen. Daher grenze ich mich auch besser ab. Menschen, mit denen die Kommunikation zu schwierig ist, aus dem Ruder läuft, gar gemein und respektlos, halte ich mir gänzlich fern.

Mein inneres Wohlbefinden gibt mir Kraft und Ruhe (nicht zu verwechseln mit Stille). Diese Ruhe sorgt dafür, dass ich morgens ganz entspannt vor dem Spiegel stehen kann. Ohne den Wunsch zu haben, mit der Faust reinzuschlagen. Ich mag mich dafür.

Es sind kleine Schritte. Mögen sie für andere ohne Bedeutung sein. Für mich sind es Erfolge. Resultierend daraus, dass ich beschlossen habe das mich dieses Leben und vor allem kein Mensch mehr so beutelt, dass ich daran verzweifle. Und kaputtgehe.

So. Freudigen Start in die Woche wünsche ich Euch. Umarmt Euch selbst ganz herzlich. Ich tue das auch.

(Rückseite)

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Blumen

Ich liebe Blumen so sehr. Wenn ich in diesem Leben nicht noch Florist werde, dann habe ich gute Chancen im nächsten als Blume wieder-geboren zu werden.“ ~Kritikverloren

So lange konnte ich die Kamera nicht anfassen. Sie lag da. Mit all dem Equipment. Und ich konnte es einfach nicht, Seit fast einem Jahr habe ich es nicht fertiggebracht die Kamera in die Hand zu nehmen. Bis letzte Woche. Und jetzt? Das ist jetzt das 3x diese Woche und ich merke, wie mehr und mehr Freude in mich und mein Leben zurückkehrt.

Und überall sind Blumen. So viele bunte und farbenprächtige. Am Wegrand. Auf Verkehrsinseln. Auf den Feldern. Überall.

Was mich überrascht: kaum jemand scheint sie wahrzunehmen. Sie sind halt da. Situation: gegeben. Aber nichts ist gegeben. Sie werden eingesetzt. Gepflegt. Und verändern das Stadtbild. Aber in gut. Nicht alle wissen das zu schätzen. Manche bekommen es nichtmal mit. Traurig. Irgendwie.

Daher fotografiere ich sie. Um ihre Pracht, die so vergänglich ist, festzuhalten. Ausserdem bin ich entzückt, wieviele Details man sichtbar machen kann. Bildschärfe. Fokussiert. Mit einem weichen Bokeh. Gerade bei Blumen hat das so viel Aussagekraft. Zauberschön.

Wenn Sie also mal durch Züri laufen und jemanden auf dem Boden, kniend, liegend, vor einem Blumenkübel, an der Strassenbepflanzung, mit einer Kamera sehen, sprechen Sie mich ruhig an. Und sagen ‚Sali / Hoi / Hallo‘. Ich werde Sie auch sicherlich nicht beissen.

Equipment: Sigma 24-70mm f2.8 Art, auf der Nikon D850 – ich bin völlig begeistert.

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