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Healing Ink

Leise summt die Nadel. Es ist ein beruhigend Summen. Ich liege still da, spüre die vielen kurzen Nadelstiche auf meinen Arm. Schwarze Tinte dringt unter meine Haut, verewigt sich. Konturen zeichnen sich ab, setzen sich Stück für Stück zu einem Bild zusammen. Hier ein Schatten, dort eine Schraffierung. Zwischen all den Details.

In Gedanken atme ich ruhig ein und wieder aus. Dieses Tattoo wird mich erinnern. Jeden Tag. Für den Rest meines Lebens. An vergangene Zeiten. An (m)ein altes Ich. An verstecktes Selbstvertrauen, hinter all dem Zweifel. An eine verschobene Selbstwahrnehmung. An neues Selbstbewusstsein. Bisweilen verschwommen und doch so klar.

Wer war ich? Wie war ich? Am Anfang. Wie wurde ich? Wer wurde ich? Urs Blank auf der Suche zu sich selbst. Nach dem Sinn. Zurück auf die Erde. Bodenhaftung. Wurzeln schlagen. Naturverbundenheit. Das Leben nicht nur leben, sondern auch wahrnehmen. Das Glück. Die Liebe. Dies alles gibt es im Überfluss auf unserer Erde. Doch wir fühlen es manchmal einfach nicht. Weil wir betäubt sind. Autopilot. Alles scheint möglich. Weil wir glauben alles unmögliche möglich machen zu müssen. Anstatt all das Mögliche zu lieben und weiter auszubauen. Fokussiert. Achtsam.

Am Ende des Tages wird auf meinem Unterarm ein Kunstwerk zu sehen sein. Etwas einzigartiges. Mit dem ich so viel verbinde. Vor allem diese tiefe Wunde, die noch immer blutet, aber weniger schmerzt.

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