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A, B, oder C….?

Immer wenn mir jemand erzählt „ich bin nicht frei“, fällt irgendwo ein Entscheidungsbaum krachend auf den Boden. Denn dann mache ich mir bewusst wie viele Entscheidungen wir Tag für Tag treffen. Unabhängig für wen. Und egal von welcher Tragweite.

Unbestritten ist dabei, dass einige unserer Entscheidungen nicht zwingend den gewünschten Effekt haben. Ziemlich sicher ist jedoch, dass wir am Ende damit leben müssen. Inklusive aller Konsequenzen, die es mit sich bringt. Wobei dies gut, oder eben weniger gut für uns sein kann.

„Aber das und das, darf ich nicht entscheiden. Daher bin ich unfrei.“ – ein Folgeargument, dass ich ebenfalls oft höre. Welches meines Erachtens schlichtweg falsch ist. Denn nicht nur Du triffst Entscheidungen, sondern eben auch andere. Und die sich daraus ergebenen Konsequenzen korrelieren vielleicht nicht mit Deinen Erwartungen. Deswegen bist Du aber noch lange nicht unfrei. Denn Du kannst für Dich selbst entscheiden, ob Du diese Entscheidung akzeptierst. Oder eben nicht.

Frei zu sein bedeutet nicht in kompletter Anarchie zu leben. Sonst würde in einer Gemeinschaft nämlich jeder das tun, worauf sie/er gerade Lust hat. Und weil nicht alle Menschen rücksichtsvoll miteinander umgehen, gibt es Gesetze. Die mitunter das Zusammenleben und Miteinander regeln. Auch das hat mal irgendwann wer entschieden. Und wenn man darüber genauer nachdenkt, dann ergibt das auch Sinn. Somit haben wir einen Rahmen, innerhalb dem wir Entscheidungen treffen können.

An dieser Stelle erspare ich uns jetzt die Gegenargumente für Superlativ-Beispiele a la: „Ich darf nicht frei entscheiden ein AKW in meinen Garten zu bauen.“

Derart Aussagen kommen mitunter von Menschen, die schon grundsätzlich hanebüchene Fallbeispiele als das Gelbe vom Ei ansehen. Diskussionen auf so einer Ebene sind einfach pointless. Also: zurück zum Thema.

Es steht uns in unseren Breitengraden ziemlich offen, zu entscheiden was wir wollen. Wir tun das alle. Tagtäglich. Das mögen kleinere Entscheidungen sein, zum Beispiel was wir essen möchten. Wie wir unseren Tag gestalten. Oder wir treffen eben welche mit grösserer Tragweite. Letztendlich müssen wir für uns abwägen, ob wir damit die gewünschte Erwartung erfüllen. Auch welche Folgen es haben kann. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Wir können uns nur irren, oder ins Schwarze treffen. Und selbst wenn wir einem Irrglauben unterlegen sind, so steht es uns frei nachzujustieren. Wenn dies möglich ist.

Ich zum Beispiel habe vor über 25 Jahren eine Entscheidung getroffen. Eine weitreichende. Letztendlich hat sie meinen Weg bis heute mitgeprägt. Die Reise die ich damals angetreten bin, alleine, ist ein einziges Abenteuer. In dem ich viele zusätzliche, weitere Entschlüsse gefasst habe.

An manchen Tagen muss ich mir sehr bewusst machen, dass dies wohl die mit einschneidendste Entscheidung meines Lebens war. Denn ohne sie, wäre ich vermutlich nicht der, der ich heute bin. Weil ich einen ganz anderen Weg gegangen wäre.

Auch der Mensch, auf den mein Entscheid einen Einfluss gehabt hatte, musste für sich dann Entscheidungen treffen. Was auch geschah.

Wir beide müssen bis heute damit leben. Und umgehen.

Natürlich steht es uns frei dies alles zu ändern. Aber eben nur in einem gewissen Rahmen. In besagtem Fall allerdings würde es vermutlich alles sprengen. Und dennoch sind wir frei. Verrückt, ne!?

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