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Atme.

Stolpernd, fast fallend, wandle ich durch das Tal. Der Weg ist steinig. Zuvor hatte es geregnet. Überall Geröll. Schlamm. Morast. Ich bleibe zeitweise stecken. Leichte Panik ergreift mich. „Atme! Verdammt: atme“, sagt mir meine innere Stimme. Es ist kalt. Diese Kälte. Erneut bleibe ich mit meinen Stiefeln stecken. Sinke ein. Bis zu den Knien. Was für ein Weg.

Am Ende des Weges flackert ein Licht. Es ist gut zu sehen. In der Dämmerung, die hereingebrochen ist. Bis Sonnenaufgang werde ich die Hütte erreicht haben. Wann immer das sich sein mag. Gedanklich habe ich bereits jegliches Gefühl verloren. Für Zeit und Raum. „Atme.“

Losgelaufen bin ich bereits vor Jahren. Und an manchen Tagen komme ich durchaus voran. Sogar über längere Zeit. Trotz aller Widrigkeiten. Viele haben mich in dieser Zeit begleitet. Auch über längere Strecken. Aber es bleibt eben nichts auf ewig. Nie.

Dabei habe ich nur dieses eine Ziel: ankommen. Mich in einen Sessel zu setzen. Mit einer Decke über dem Schoss. Direkt vor den Ofen. Und mir eine Pfeife anzustecken. Dicke Rauchwolken in die Luft zu blasen. Und ein Glas Whisky zu trinken. Dann werde ich ausatmen. Lange. Und es geniessen. Auf dem wabernden Rauch werden sich Bilder aus meinem Leben projizieren. Während draussen die Sonne aufgeht. Und wenn sie ganz hinter dem Horizont hervorgekommen ist, schliessen sich meine Augen. Meine Arme werden kraftlos heruntersacken. Und die Pfeife und das Whiskyglas zu Boden fallen. Dann beginnt endlich ein neuer Tag. Ein neues Leben.

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