Permalink

1

Bewusstes Handeln

„Wieso passiert mir das jetzt?“ Diese Frage habe ich mir die letzten Jahre häufig gestellt. Gerade dann, wenn ich in eine Situation geraten war die ich so nicht vermutet hätte. Oftmals negative Auswirkungen hatte.

Dann begleitete mich diese Frage tagelang. Ich grübelte. Meist vor dem Einschlafen. Jeden Abend hielt mich dies dann vom einschlafen ab. Was zur Folge hatte, dass ich schlechter schlief.

Aber auch tagsüber, wenn ich unterwegs war. Mit der Tram fuhr. Irgendwo in einem Café saß. Ich saß da und überlegte. Was hätte ich in der ein oder anderen Situationen besser machen können?

Habe ich falsch reagiert? Etwas gesagt, dass meine(n) gegenüber zu der jeweiligen Aussage gebracht hat? Oder dessen Handeln hervorgerufen hat?

Irgendwann erinnerte ich mich an eine Methode aus dem Risikomanagement. Vor Projekten werden Risiken aufgelistet. Diese werden dann nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Schaden quantifiziert. Dadurch bekommt man ein gutes Gefühl dafür, welche Risiken man besonders im Auge haben sollte. Und für welche es einen Plan B braucht. Sollten sie eintreffen. Zum Problem werden.

Wann aber tritt ein Risiko ein? Wenn ich zum Beispiel ein Haus baue und das Risiko wäre, dass der Dachstuhl einbrechen könnte? Der Schaden wäre verheerend. Die Wahrscheinlichkeit, wenn ich nur ganz dünne Holzbalken verwende, welche die gesamte Last tragen müssten, sehr hoch.

Aber wann tritt dieser Zeitpunkt ein? Sicherlich nicht, wenn ich gerade angefangen habe den Keller auszuheben. Sondern eben erst, sobald ich mich daran mache das Dach zu bauen.

Daher habe ich die Frage „wieso…?“ umgestellt. In: „was habe ich dafür getan, das ich jetzt in dieser Situation bin?“

Damit bekam ich einen weiteren Blick auf Situationen. Welche meiner Handlung oder Aussage hat dazu geführt, dass gewisse Situationen aufgetreten sind? Es ist quasi wie beim Schach. Man muss bereits im Vorfeld eruieren, ob man einen Spielzug ausführt. Da dieser 3, 4 Züge später zu Folge haben kann, dass man sich dann in einer Misere befindet.

Natürlich geht es nicht darum jede Situation für sich zu entscheiden. Zum eigenen Vorteil. Im miteinander geht es darum, dass alle Teilnehmer sich wohlfühlen. Und niemand am Ende eine Benachteiligung verspürt.

Es geht auch nicht darum jede Situation gänzlich zu vermeiden. Manchmal ist es tatsächlich notwendig bestimmte Augenblicke herbeizuführen. Zum Beispiel um Entscheidungen treffen zu können.

Jedoch sollten wir uns darüber im Klaren sein. Und dies völlig bewusst tun.

Dies inkludiert, dass wir uns zuvor Gedanken gemacht haben. Welche Risiken unser Handeln birgt. Was geschieht, wenn wir bestimmte Worte wählen. Im besten Fall sollten wir uns auch bewusst sein welche Konsequenzen dies haben kann. Für uns. Aber auch für andere.

Je sorgfältiger wir darüber nachdenken, welchen Einfluss wir auf einen Verlauf nehmen, desto achtsamer werden wird. Unsere Handlungen werden bewusster. Oberflächlichkeiten verschwinden. Was eine enorm positive Auswirkung auf unsere Mitmenschen hat. Auf das Miteinander. Und ich glaube, dies ist ein gutes Ziel. Auf das wir Wert legen sollten.

1 Kommentar

  1. Pingback: Erlebnisse in C-Mol | | kritikverloren

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.