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Bissel viel Verkehr, grad.

„Rausgehen“, flüstert die aktuelle Wetterlage. Während das zugemüllte Mailfach „Arbeit! Performance!“ schreit. Gespickt mit Durchhalteparolen der Führungsriege. Kiennas, wir müssen reden. Was ist denn hier grad wieder los?

Jahrelang galt das HomeOffice als Garant für effizientes Arbeiten. Bei einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Gerade für fokussierte, deep diving Arbeiten, Prozessanalysen, Konzeption. Ohne stressige Fahrten ins Büro, direkt an den Schreibtisch. In den eignen vier Wänden. Ungestörte Produktivität.

Dann kam Corona. Endlich konnten viele live erleben, wie vernünftiges Arbeiten funktioniert. Oh Mann, ich und meine kindliche Naivität.

Anfangs war noch alles cool. Teams versuchten sich neu aufzustellen. Die Kommunikation zu organisieren. Wie bleibt man close‘n next to each other? Jetzt wo die kurzen Schwätzchen, die man zuvor beim Gang an die Kaffeemaschine gehalten hatte, plötzlich weggefallen waren. Wo man sich nicht mal mehr eben zu seinem Tischnachbar wenden kann? Eine Frage stellen. Das Publikum fehlt? Wenn man sich nach einem Call aufrichtet und ein Kommentar abgibt. Selbst, wenn man sich nur eben kurz Luft machen möchte.

„Die Innovation kommt abhanden“, unkten einige. Gerade die, die sich gerne mal in den Meetingräumen zu esoterischen Keksrunden trafen. Sehr wohl jedoch die Konzentration häufig am meisten benötigten. So ein Source-Code schreibt sich ja nicht von allein. Noch nicht zumindest. Aber wir arbeiten daran.

Tatsächlich gibt es Menschen, die brauchen dieses „miteinander“. Das Gefühl dass da noch wer ist. Beim arbeiten. Damit sie sich nicht alleine fühlen. Sondern als Teil von etwas. Ok, fair point.

Aber es gibt auch Menschen wie mich. Mir reicht ein Telefon. Anruf, Frage stellen, abklären, auflegen. Back, to get things done.

Wäre da nicht diese e-Mail Flut. Dieser Wunsch anderer, over socializing zu betreiben. Zig Menschen auf dem Verteiler. Wieso fehlt der CEO?

Dabei achte ich für mich schon sehr darauf, dass in den Calls die richtigen Leuten aufeinandertreffen. Und wenn es eben noch wenn benötigt, damit ein Prozessschritt fulfilled wird: ich nehm den Menschen mit dazu.

Doch wieso flutet man die Menschheit mit allen möglichen Themen? Meetings im 30 Minuten Takt? Ist doch schon schwierig genug ein Thema entsprechend zu priorisieren. Die wichtigste Mail aus allen herauszufinden. Zu bearbeiten. Gleich früh morgens. Aber wir arbeiten ja from Home. Da kann man ja auch ruhig von einem Meeting ins nächste. 3-4 Stunden. In a row. Get it sorted.

Wenn mir jemand erzählt das ein Bürojob nicht soo stressig sein kann: be my guest. Dann hüpfen wir von Call zu Call. Zusammen. Mit ständig wechselnden Themen. To dos. Weil der Output ja auch bearbeitet werden möchte. Während weiter Mails ins Postfach strömen. On top.

Objektiv betrachtet braucht es eine gesunde Work-Life-Balance, gerade jetzt, mehr denn je. Und wer von zu Hause arbeitet, der kann sich folgende Tipps hier gerne picken:

• auch zu Hause: geregelte Arbeitszeiten. Mach Dir einen Plan. Wann Du anfängst. Wann Du aufhörst. Auch Pausen.

• Mails: nicht jede Mail sofort abrufen. Wäre es extrem wichtig (auf der Zeitachse), dann würde man Dich anrufen. Schedule Dir, wann Du Deine Mails liest.

• Priorisierung: entweder der Taskliste folgend. Oder sortiert nach den Absendern gemäss Deiner Organisationsstruktur.

• Calls: bei einer Stunde, schedule auf 45 Minuten. Das schafft Zeit zum Nacharbeiten und Vorbereiten (für den nächsten Call). 30 Minutes Calls sparsam annehmen. Ggf absagen und eine neue Zeit vorschlagen.

• Socializing: plane Dir jeden 2. Tag 15 Minuten Video Calls mit Kollegen. So bleibst Du in Kontakt. Und der Austausch ist gewährleistet.

• Don‘t panic! Wenn Dein Tagesablauf gestört wurde, hänge die Zeit hinten ran. Ein Peak ist verkraftbar. Aber eine weitere Störung am Folgetag, durch das Nacharbeiten, schafft nur Chaos.

Ganz grundsätzlich: mach Dir bitte bewusst, dass auch Deine Kollegen und above in einer Ausnahmesituation sind. Konfrontiert sind mit ihrem privaten Umfeld. 24*7. Manche wirken, oder sind tatsächlich, gestresst. Überfordert. All good. Be patience.

So. Ich gönn mir jetzt win Glacé. Work Life Balance. In der Sonne. Der Hammer fällt. Mit einem lauten ‚Klonk‘ zu Boden.

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