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Bleib achtsam

Warnung: dieser Blogeintrag könnte den ein oder anderen Menschen triggern. Daher empfehle ich den gesamten Text zu lesen. Und dann zu urteilen. Oder es gleich ganz sein zu lassen.

Die letzten Tage wurde unserer aller Mitgefühl auf eine harte Probe gestellt. Wie kann man auch Empathie gegenüber jemandem haben, der in eine Bar geht und wahllos Menschen tötet? Wie, mit jemandem der mit einem Auto in eine Menschenmenge fährt? Einfach so.

Vorab: ich weiss es nicht. Noch nicht. Weder kann ich diese Taten in irgendeine Form nachvollziehen, noch kann ich sie verstehen. Oder gar für gut heissen.

Dennoch habe ich eine Beobachtung gemacht: ich bin damit auch nicht allein. Bisher habe ich quasi niemanden getroffen, der auch im entferntesten in irgendeiner Form Mitgefühl für die Täter aufgebracht hat. Verständlich. Für mich.

Aber geht es nicht genau eben darum in der Achtsamkeit? Geht es nicht darum jedem Menschen eben genau dies entgegenzubringen: Mitgefühl? Empathie? Verständnis?

Genau. Und hier liegt die Krux. Der Hase im Pfeffer. Ich kann das nämlich nicht. Ich weiss nicht einmal ob dies tatsächlich das Ziel ist. Und wenn ja, ob ich das überhaupt möchte.

Allerdings zeigen manche Äusserungen im Netz dann die Menschen von ihrer dunklen Seite. Emotionen kochen hoch. Lassen wütend werden. Jegliche Achtsamkeit über Bord werfen. Selbst Menschen die ich als „super achtsam“ eingestuft hatte. Abgründe tun sich auf. Da werden Äusserungen laut, die nach Vergeltung und Rache schreien. Der wütende Mob auf seinem Marsch zum Marktplatz. Bewaffnet. Mit Heugabeln und Wurfgeschossen. Und Fackeln. „Blut! Es muss Blut fliessen!“

So unfassbar die oben genannten Taten sind, so unfassbar (wenn auch menschlich) sind die Reaktionen. Beängstigend. Erschreckend. Zugleich.

Wir befinden uns in Mitten einer Transformation. Einer Veränderung des Mindsets. Und anstatt mit den Angehörigen zu trauern, Ihnen unser Mitgefühl entgegenzubringen, Kraft und Zusammenhalt zu vermitteln, startet der Lynchmob?!

Und hatte ich zuvor „in Mitten“ geschrieben? Weit gefehlt. Wir sind noch sowas von am Anfang. Und mit jeder neuen Tat gehen wir direkt zurück auf Los. Leider ist auch das eben nur zu menschlich.

Gebt Euch nicht dem Hass hin. Sondern bleibt achtsam.

Kontrolliert Eure Emotionen. Die Negativen. Bündelt Eure Kräfte. Erzeugt positive Energie. Verbindet Euch miteinander. Damit wird endlich die Transformation schaffen. Damit dieser Wahnsinn endlich aufhört. Eines Tages.

Mein tiefes Mitgefühl und Trauer gilt den Opfern und Angehörigen der Taten in Hanau und Volkmarsen. Ich wünsche Euch alle Kraft, diese Zeit zu überstehen.

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