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Dark Drop Tintentherapie

Ergänzend zu meiner Psychotherapie, die ich leider in Anspruch nehmen musste um diesen weltlichen Wahnsinn meines Privatlebens aufzuarbeiten, lasse ich auch an mir arbeiten. Oder besser auf. Nämlich auf meiner Haut. Mit schwarzer Tinte. Und weil mir das so gut tut, um mich ab und an wieder selbst besser spüren zu können, habe ich das ganze Tintentherapie getauft.

Meine Therapiesitzungen mit Giuseppe la Martina sind mir immer ein Fest. Zum einen ist er ein ganz herziger Mensch. Das „Dark Drop“ Studio ein Wohnzimmer. Keines mit unnötigen Schnickschnack. Nein. Einfach gehalten. Minimalistisch. Klar. Sehr sogar. Mit einem Auge für eine Menge kleiner, feiner Details. So wie Giuseppe selbst.

Wenn ich bei ihm zur Therapie gehe nehme ich mir immer einen ganzen Tag frei. Nichts und niemand soll stören können. Alles soll entspannt sein. Bleiben. Und das fängt schon mit der Begrüssung an. Gleich zu Beginn fällt jede Anspannung ab. Giuseppe ist immer prima gelaunt. Ein Quell der Freude. Mein Puls reguliert sich. Egal wieviel Stress und Sorgen ich gerade habe. Oder hatte.

Es gibt Kaffee. Wir plaudern. Dann schauen wir uns den Entwurf an, den er die kommenden Stunden auf meine Haut übertragen wird. Noch ein paar kleine Änderungen, Grösse, Anpassungen, dann geht es los.

Die Nadel summt. Ich schaue auf all die Bilder an die Wand. Manche haben Kollege und Freunde angefertigt. Andere er selbst. Wir sprechen. Sind irgendwann still. Ich meditiere. Komme zur Ruhe. Ab und an, wenn ich zu lange nichts gesagt habe, fragt Giuseppe nach ob alles ok ist. Ist es. Bisher immer.

Er arbeitet ganz ruhig. Hochkonzentriert. Jeder Stich präzise gesetzt. Jede Linie flüssig gezogen. Ausgeführt. Keine Fehler. Das ist auch sein eigner Qualitätsanspruch. Perfektion.

Jedes Tattoo erzählt eine Geschichte. Ist dem Träger wichtig. Giuseppe weiss das. Auch aus den Gesprächen zuvor. Als wir das Motiv besprochen haben. Er kennt die Geschichte dahinter. Versteht die Intention. Die Emotion. Dies alles fliesst mit seiner Handbewegung und der Tinte unter die Haut.

Wer ein Tattoo trägt weiss dass die Chemie zwischen Künstler und „Leinwand“ passen muss. Ein hohes Maß an Vertrauen notwendig ist. Sonst ist der ganze Aufwand vergebene Lebensmühe.

Mittlerweile hat Giuseppe knapp 24 Stunden mit mir gearbeitet. Und jedesmal bin ich gestärkt und gefestigt aus der Sitzung nach Hause gekommen. Meine Tattoos trage ich. Mit Stolz. Mit Würde. Im Wissen ein super Artwork von einem prima Menschen und aussergewöhnlichen Artist tragen zu dürfen.

Und ich bin froh das ich Giuseppe gefunden habe. Denn sonst würde ich wohl noch immer innerlich frei drehen.

Und genau dafür bin ich ihm so dankbar!

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