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Das eigene Glück

Mitunter ist es traurig zu lesen wie viele Menschen mit sich unzufrieden sind. Gar unglücklich. Und nicht nur mit sich. Resultierend daraus sogar mit ihrem Leben. In Gänze.

Noch trauriger ist es, dass nicht viele bereit sind dies für sich selbst zu verbessern. Da wird gejammert. Bewertet. Verglichen. Mit Dritten. Geschaut was andere besitzen. Denn, nur weil sie dieses oder jenes haben, genau darum geht es ihnen gut. Und würde man das selbst sein eigenen nennen können, dann….ja, dann. Und dann was?

Du wirst kein besseres Leben führen, nur weil Du das neuste iPhone hast. Deine Geldsorgen werden auch nicht weniger, wenn Du ein Haus mit Garten besitzt. Du wirst trotzdem weiter Rechnungen erhalten.

Mach Dir bewusst das niemand ein besserer Mensch ist, nur weil er Gegenstände besitzt. Es kommt auch nicht darauf an was Du am Ende Deines Lebens alles besitzt. Denn dahin, wo Du dann gehen wirst, kannst Du nichtmal Deinen Körper mitnehmen.

Werde Dir auch über Dich selbst bewusst. Was stört Dich an Dir? Womit bist Du unzufrieden? Und vor allem: woher kommt diese Unzufriedenheit? In Deinem Inneren? Horche in Dich rein. Lausche. Die Antwort liegt meist in uns selbst. Daher sollten wir uns auch zuhören (lernen). Erst dann kannst Du darüber nachdenken wie Du Deine Situation verbessern kannst. 

Nur zu gerne geben wir anderen die Schuld an unserer Situation. Gegebenenfalls sind sie ein Faktor. Unter Umständen sogar nur ein passiver. Aber wir können das ändern. Für uns selbst. Indem wir aktiv werden. Etwas tun. Nimm das Leben als Herausforderung. Um zu lernen.

Unser Kopf schafft so viele Strukturen. Je häufiger wir fortwährend die gleichen Gedanken haben, um so tiefer werden diese Strukturen sich manifestieren. Das kannst Du Dir ähnlich einer Strasse vorstellen. Je öfter Du sie entlang fährst, um so tiefer werden die Spurrillen. Allerdings nicht nur, wenn Du positiv denkst. Womit wir zu einem weiteren Problem gelangen. Der inneren Negativität.

Schau: jahrelang glaubte ich, ich sei der Prototyp eine Pechvogels. Es gab tatsächlich Zeiten in meinem Leben, da wollte nichts, aber auch wirklich gar nichts, klappen. Während andere Dinge anpackten, es bei ihnen lief wie am Schnürchen.

„Wäre ich doch nur auch so, hätte ich nur auch das was sie/er hat…“, dachte ich ziemlich oft. Und gefühlt gingen viele Dinge in meinem Leben schief. (Übrigens gerade dann, wenn ich versucht habe das Leben anderer zu leben. Oder dies als Ziel hatte.) Ganz oft dachte ich auch: „Das klappt ja eh nicht.“ Oder: „Das kann ich nicht.“

Und selbst wenn es bei mir dann mal einige Zeit gut lief, dann war ich einfach nur froh. Denn natürlich wusste ich: der Augenblick wird kommen, an dem sich alles verändert. Zum schlechten. Zeitweise erwartete ich eben genau auf diesen Zeitpunkt. (Was allein schon kritisch ist, wenn man an selbsterfüllende Prophezeiungen denkt.)

Was hab ich gemacht? Nichts. Ich sah die Risiken. Hier und da. Und habe mich nicht vorbereitet. Keine Chancen ausgelotet. Kein Plan B. Bis ich am Ende immer wieder von Null anfangen musste. Auf Lorbeeren ausruhen ist ok. Aber eben nicht bis sie komplett zerbröseln. Sondern nur, um sich kurz zu erholen.

Jahrelang war ich deswegen nicht glücklich. Ich war tatsächlich nur froh, dass mein Leben ok ist. Das kein Unglück passiert. Aber glücklich war ich nicht. Und wenn, dann lediglich temporär. Denn eine Weile war alles gut.

Ich lernte einen Menschen kennen. Und dachte ich sei glücklich. Anfangs fühlte sich das tatsächlich auch so an. Bis ich spürte, dass eben dieser Mensch selbst zu tiefst unglücklich war. Mit sich selbst. Und je mehr ich versucht habe, eben diesem Menschen zu helfen, um so grösser wurde die innere Unzufriedenheit. Auf beiden Seiten. Bis wir beide uns in einer Situation wiederfanden, in denen keiner mehr glücklich war. Ständig gab es neue Herausforderungen. Doch anstatt diese zusammen zu lösen, versuchte jeder für sich etwas zu tun. Auf seine eigene Art und Weise. Was neues Unglück hervorbrachte. Bis am Ende beide unglücklich waren. Mit sich selbst. Und miteinander. Und während wir uns zu Beginn noch ineinander verloren, so verloren wir uns in uns selbst. Schlussendlich einander.

Dabei geht nicht darum mit anderen glücklich zu sein. Es geht darum allein mit sich selbst glücklich zu sein.

Denn wenn alle andere gegangen sind, bist Du der einzige Mensch der mit Dir zurückbleibt. Daher musst Du mit Dir klarkommen. Und glücklich sein. Alles andere ergibt sich.

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