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Drama zum Kaffee

Hier im Café beendet gerade so ein Jungspund seine Beziehung mit seiner Studentenfreundin. Ich sitze da und lese Fauser.

Sie macht ihm Vorwürfe ob mangelnder Authentizität. Er windet sich wie ein Wurm. Mein Milchkaffee wird kalt.

Ich finde das alles nur traurig.

„Du hast mir nur was vorgespielt. Die ganze Woche“, sie weint dabei.

Er erwidert: „sowas kann man nicht planen. Ich liebe Dich einfach nicht mehr.“

Seine Worte tun sogar mir weh. Ich fühle es ihr nach. Sie schluchzt. Es eskaliert. Sie verhöhnt ihn als „unschuldiges Opfer“. Er schweigt. Jede Antwort, jeder Satz, und selbst wenn er noch so sehr versucht sich zu erklären, sie verwendet alles gegen ihn.

,Junge‘, denke ich mir so: , steh einfach auf und geh‘. Sie wird ihm nicht glauben. Kein Wort. Nicht jetzt. Und sicherlich auch nicht morgen.

Sie bettelt nach seiner Liebe. Er kann sie ihr nicht mehr geben. Soviel ist sicher. Sein Blick ist traurig auf den Tisch vor sich gerichtet. Vermutlich wollte er es sauber beenden. Es gibt kein Sauber. Nicht in einer Trennung. Egal was man tut. Ich weiss das. Ich habe das erlebt. Oft. Beide Seiten. Und gerade erst neulich.

Er sollte jetzt wirklich gehen. Irgendwann rastet sie aus. Dann fliegt Porzellan.

Mein Milchkaffee ist mittlerweile abgekühlt. Ich klappe mein Buch zu. Zahle. Möchte gehen. Fauser muss noch etwas warten. Aber das ist ok.

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