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Ein Bad im Mitgefühl

Den Blick auf das Positive lenken erscheint mir oft schwierig. Dingen etwas Gutes abzugewinnen. Egal was. Damit tue ich mir manchmal enorm schwer. Aber es funktioniert. Und je mehr ich mich darauf einlasse immer besser.

Dabei ist es doch so viel einfacher das Schlechte zu sehen. Zu erkennen. Auch an einigen Menschen. Sie wahrzunehmen. In aller ihrer widerlichen Pracht. Ihrer Hässlichkeit. Die ihr Inneres ausstrahlt. Und manche fördern das sogar. Es gibt tatsächlich Menschen, die wollen das man sie nicht mag. Die es toll finden, wenn man ihnen Abneigung gegenüber zeigt. Sie ablehnt. Und zwar offensichtlich. Auch Wut entgegenbringt. Dann fühlen sie sich bestätigt. Meist in ihrer Meinung. In ihrer Handlung. Denn, dann haben sie ja Recht. Fühlen sich bevollmächtigt. In ihrem Wirken. Zu tun was sie tun. Und vor allem wie.

Solche Menschen gibt es oft. In verschiedenen Rollen. Seit es privat. Aber auch beruflich. Oder auf der weltpolitischen Bühne.

Betrachte ich mir diese Menschen, dann erkenne ich an ihnen weniger Stärke. Tatsächlich empfinde ich sie mitunter als geschwächt. In ihrem Geist. Ungefestigt in der inneren Struktur. Auch wenn sie emotional verhärtet sind.

Jetzt ist ‚geschwächt‘ natürlich ein sehr schwieriges Adjektiv. Es leitet sich von ‚schwach’ ab. Niemand ist gerne schwach. Darüber hinaus ist es sehr bewertend. Und auf eine gewisse Art ebenfalls negativ behaftet. Doch auch Schwäche ist nicht zwingend nur schlecht. Schwäche zu zeigen ist kein Manko per se. Ganz und gar nicht. Die Frage ist nur, wie ich selbst damit umgehen. Welche Emotionen sowas auslöst. In mir?

Immerhin hat uns die Natur ein riesengrosses Geschenk gemacht. Nicht nur das wir unsere Emotionen mitzuteilen vermögen. Sondern dadurch auch Situationen besser eruieren können. Andere einschätzen. Das ist ist übrigens nicht nur bei uns Menschen so. Nur erkennen wir es hier wohl besser. Weil uns menschliche Wesenszüge geläufiger sind.

Wie oben geschrieben kommt es tatsächlich darauf an, wie ich für mich damit umgehe. Das kann über Ärger, Unverständnis, bis hin zu Trauer gehen. Sicherlich gibt es da ein ziemlich breites Spektrum. Und weitere Faktoren, die da mit einspielen. Zum Beispiel, welchen Bezug ich zu dieser Person habe.

Aber rein positiv betrachtet, und das ist ja mein Ziel, empfinde ich Mitgefühl. Die beinhaltet für mich auch Verständnis. Was ist passiert, dass diese Person so ist?

Dabei geht es nicht darum eine perfekte Psychoanalyse zu erstellen. Zumal, dafür reicht in Gesprächen mitunter einfach die Zeit nicht. Und auch sonst wäre das vermutlich eher eine längerfristige Aufgabe. Aber für Profis.

Nein. Verständnis inkludiert für mich, dass ich versuche zu verstehen, welchen Standpunkt diese Person hat. Gegebenenfalls auch, wieso das so ist. Mich einzufühlen. Wenn mir das gelingt, wobei es nicht immer auf Anhieb und schon gar nicht bei allen klappt, nur dann kann ich konstruktiv sein. Ich kann einen Weg finden, mit diesem Menschen besser umzugehen. Letztendlich fördert ein gutes Miteinander auch mein eigenes, positives, Empfinden. Denn sind wir mal ehrlich, nur schlecht gelaunt und wütend ist ja nun auch keine Lösung. Sondern lediglich eine Option. Daher bade ich sie lieber in Mitgefühl.

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