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Emotionale Erinnerung

Da. Schon ist sie da. Man konnte sie schon von weitem hören. Sie näherte sich mich schnellen Schritten. Manchmal hört es sich sogar an wie ein Trampeln. Als ob jemand Treppen hinunterrennt. Viele Stockwerke. Lautes Poltern. Immer nährkommender. Und dann springt plötzlich die Tür auf. Und sie steht vor Dir. Ist völlig präsent. Die Vergangenheit. Schon wieder.

Die Vergangenheit kommt meist in Form von Gedanken. Durchaus kann sie auch in Form von Personen auftreten. Und einem in der Gegenwart begegnen. Ganz real. Aber was ist schon real? Vor allem wenn es sich um Vergangenes handelt. 

Tatsächlich ist die Vergangenheit ein Biest. Sie tritt sowohl als positive Erlebtes auf, als auch als negatives. Dabei ist es völlig gleich, wieviel Gutes man bereits erlebt hat. Denn sobald man sich an sie erinnert gelangt man unweigerlich zu einem Punkt, an dem es weniger toll war. Diesem einen Punkt. Der uns festhält. Meist verweilt man dann genau dort. Erinnert sich. Fragt sich, wo man den falsch abgebogen ist. Wieso ein toller Augenblick sich plötzlich in einen schlechten wandelte. Dialoge werden abgespult. Man ist völlig von der Rolle. Bilder gehen einem durch den Kopf. Sequenzen werden abgespielt. Manchmal ganz klar. Andere Male fragmentiert. Film ab im Kopfkino. Schliesslich haben wir eine Dauerfreikarte. Und keine Öffnungszeiten. 24/7 Verfügbarkeit. On Demand. Und wir sind die Regisseure. Daher können wir die Erinnerungen auch verändern. Mit ihnen spielen. Träumen. Gerade tagsüber. „Hätte ich das so und so gesagt, dann wäre, hätte, könnte..“ – die Spirale ist endlos. Dennoch geht sie stetig abwärts. Immer tiefer. Nach unten.

Wir sind beschäftigt. Mit uns selbst. Und es bedarf dem eignen Willen sich dem entgegenzustellen. Nicht zu lange zu verweilen. Nicht wieder und wieder in diesem Karussell mitzufahren. 

Wenn einen die Vergangenheit zu oft einholt hat das meist einen Grund: unser Intellekt versucht Erlebnisse zu verarbeiten. Dies können Augenblicke sein, die gerade geschehen sind. Aber auch welche, die bereits Wochen, sogar Jahre zurückliegen. Im Grunde ist das ein völlig normaler Vorgang. Solange wir es immer wieder schaffen ins hier und jetzt zurückzufinden. Doch das ist gar nicht so einfach. Nicht wahr? 

Denn im hier und jetzt zu bleiben erfordert wirklich Disziplin. Achtsamkeit. Und Mut. Vor allem. Ohne Mut funktioniert das nicht. Das hier uns jetzt kann durchaus auch anstrengend sein. Es ist die Realität. Der wir Menschen nur zu gerne versuchen zu entfliehen. Jeder auf seine Weise. Völlig individuell und unterschiedlich. Jedoch schwelgen viele Menschen zu gerne in der Vergangenheit. Dabei unterliegen wir dem völligen Irrglauben den Weg aus diesem Möbiusband zu entrinnen. Doch wir durchleben die gleiche  Geschichte. Unendliche Male. Quälen uns. Mit etwas was wir nicht mehr ändern können. 

Sei Dir bewusst: vergangen ist vergangen. Du kannst nichts mehr ändern. Leider. All die Bilder, Gesagtes, Getanes, es ist passiert. Und egal welche Emotionen Du damit verbindest, oder in Dir ausgelöst werden: sie sind da. Unweigerlich. 

Doch genau hier kannst Du ansetzen. An Deinen Emotionen. 

Hab Selbstvertrauen in Deine Fähigkeiten. Du kannst lernen Deine Emotionen zu kontrollieren. Du kannst auch lernen mit ihnen umzugehen. Meditieren ist hierfür eine bewährte Methode. Verdängen hingegen die Schlechteste. Denn irgendwann kommt ein Punkt, an dem alles in Dir hochkommt. Mit einem lauten Knall. Und jeder Mensch bricht irgendwann. Es braucht nur genügend Last. Tu Dir selbst den Gefallen und lass das nicht zu. 

Achte auch darauf immer wieder ins Hier und Jetzt zurückzukommen. Beobachte Deine Emotionen. Wende den Umgang mit ihnen an. Ganz bewusst. Im Alltag. 

Das alles ist harte Arbeit. Aber es gilt ein Band zu durchtrennen. Um den Inneren Frieden zu finden. Dann sind Erinnerungen auch irgendwann kein Problem mehr für Dich. 

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3 Kommentare

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