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Ewige Gewinner

Und immer wieder die gleichen Gesichter. Die, die es in jeder Stadt gibt. In jeder abgeranzten Bar. Je abgeranzter desto besser. Damit nicht auffällt wie fertig und verbraucht sie sind.

Sie hängen da an den Tressen und halten sich an ihrem Pilzglas fest. Wenn es sein muss den ganzen Abend. Es sei denn, irgendeiner lässt mal ein Neues rüberwachsen. Oder jemand schmeisst ne Runde Schnaps. Währenddessen erzählen sie Kalauer und alte Geschichten. Über dieses ‚Früher‘ und wie viel besser es doch war. Und wenn mal jemand Neues reinkommt, dann erzählen sie ihre Geschichte. Ungefragt. Meist geht es um Kunst. Nicht ganz Picasso, aber der ist ja eh komplett überbewertet. Man kenne sich aus. Hat einen an der Hand. Der hat ne Galerie. Demnächst dann. Oder wie sie Musik machen, bald durchstarten. Mit ihrer Band. Mit skurrilen Namen. Solche Namen, die man spätestens nach dem nächsten Gang auf‘s Klo schon wieder vergessen hat. Und von denen man eben niemals je hören wird. Weil es eben nur Geschichten sind. Immer die Gleichen. Bis der Neuling endlich n Bier stiftet. Oder nen Schnaps. Oder der Barkeeper entnervt eine Runde ausgibt. Von seinem billigsten Gebrannten. Weil er sich den Mist nicht mehr reinziehen kann. Er hat ihn selbst zu oft gehört. Von den selben Leuten. An seiner Stelle hätte ich mir schon lange die Kugel gegeben. Jeden Abend auf‘s Neue. Nur um‘s auszuhalten.

Die Typen selbst haben aufgegeben. Sich und alles was zu ihnen gehört. Ausser ihren Träumen. Es träumt sich gut im Rausch. Man vergisst alles andere. Sogar seine Sorgen und Rechnungen. Wozu auch. Früher, ja da war alles besser. Da war man jung und wild. Unverbraucht. Aber das ist vorbei. Schon lange.

Und wenn die Kneipe dann zumacht, nun ja, morgen ist wieder ein Tag. Ein Abend. Eine Nacht. In der man alles vergessen kann. Sogar sich selbst.

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