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Exit strategy

In Momenten tiefer Melancholie, wenn mir gerade wieder bewusst wird, wieviel Schlechtes es auf dieser Welt gibt, dann gehe ich innerlich in meine Erinnerungen. Und nicht die Üblen. Die, die mich dahin gebracht haben wo ich heute bin. Nein. Denn mein Leben heute ist nur das Resultat von all dessen, was ich nicht wollte. Heute lebe ich. In einem sicheren Umfeld. Mit einem einigermassen sicheren Job. In einem freien Land. Mit einer demokratischen Grundordnung.

Dennoch sehe ich die Welt um mich herum. Sehe die Menschen. Wie sie weiter ihr Tagewerk verrichten. Übellaunig. Profitgierig. Auf ihren Vorteil bedacht. Kriegstreibend. Hetzend. Nicht alle. Zum Glück. Aber eben doch die Mehrheit. Gefühlt. Und genau dann überfällt mich die Melancholie. Ich wehre mich nicht mehr. Ich lasse sie zu. Nehme den Weltschmerz in mir auf. Und sende Mitgefühl. Und Liebe. An alle Lebewesen auf diesem Planeten.

Mittlerweile funktioniert das immer besser. Zugegeben, manchmal ist es furchtbar. Unerträglich, und schwierig. Und dann brauche ich eine Exit strategy. Einen Ausgang.

Viele meiner Erinnerungen stehen in Verbindung mit einem Ort. Daher erinnere ich mich an Orte. Plätze mit denen ich eine positive Erinnerung verbinde. Ereignisse, die so schön waren, das sie mich und meine Einstellung zum Leben mit geprägt haben. Augenblicke fallen mir ein. Dialoge. Und natürlich das Glücksgefühl. Das ich zu diesem Zeitpunkt hatte. So reise ich umher. In meiner Gedankenwelt. Von Ort zu Ort. In verschiedenen Altersstufen. Und wisst Ihr was? So schlecht war mein Leben bisher gar nicht. Denn verglichen mit dem was auf unserem Planeten gerade los ist, hatte ich bis jetzt ein superschönes Leben. Mit up und downs. Keine Frage. Doch selbst wenn mich die downs manchmal so richtig tief runterreissen, überwiegen doch die schönen Augenblicke. Jeder einzelne. Für sich.

Habt mal einen entspannten Tag und einen gute Start in die Woche.

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