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Karma hits ya everywhere

Die Schlange vor mir ist meterlang. Hinter mir stehen noch 2, 3 Passagiere. Ein Paar kommt, diskutiert. Er gibt ihr Anweisung. Sie trottet zum Duty Free. Zigaretten. Natürlich.

Und er? Machomässig stellt er sich vor mich. Wirft sein Handgepäck auf den Boden. Unmissverständlich signalisiert er mir das es keinen Zweck hat ihn auf das Ende der Schlange aufmerksam zu machen. Nur: wieso sollte ich? Er wird vor mir in den Bus einsteigen. Und somit nach mir aussteigen. Ich lächle.

Als es weitergeht kickt er weiter sein Handgepäck vor sich her. Mich nimmt er nicht wahr. Zumindest tut er so. Als wir dem Schalter näher kommen zückt er sein Handy. Ruft wohl seine Frau im Duty Free an. Die Tasche kickt er weiter vor sich her. Mich lässt er dennoch nicht vorbei.

„Frankfurt?“, fragt mich eine Flugbegleiterin. Ich nicke. „Dann können Sie auch zu mir.“ Ich nehme das Angebot an.

Der Typ erreicht seine Frau nicht. Muss warten. Vielleicht wurmt ihn das jetzt alles. Karma. Manchmal kommt es einfach so.

Der Bus fährt uns bis zum Flieger.

Vor der Gangway kruschelt eine Frau an ihrem Rollkoffer. Dann schultert sie ihren Samsonite Rucksack und drängt sich vor mich in die Warteschlange. Sie schaut sich nicht um. Auch nicht nach mir. Sie schaut eigentlich überall hin. Ausser zu mir. Ich nehme es wahr. Beurteile nicht. Soll sie machen. Der Flieger wird erst starten wenn alle Passagiere Platz genommen haben.

Kaum ist sie ein paar Stufen die Gangway hoch, wird sie von einem Flughafenmitarbeiter aufgehalten. Den Koffer müsse sie aber abgeben. Ich lache. Karma. So plötzlich kann es gehen.

Im Flieger gehe ich zu Platz 13F. Ich fand das bei der Buchung lustig für beide Flüge den selben Platz zu bekommen.

„Sie sitzen auf meinem Platz!“, quakt mich eine junge Dame an. „13F! Das ist mein Platz!“ Ihre Freundin und die männliche Begleitung schauen mich mahnend an.

Ich schaue auf meinen Boarding Pass. Sitzplatz 2F* steht da. Ich wundere mich. Die junge Frau ist noch immer entrüstet. Ich lächle und entschuldige mich: „Sie haben recht. Das ist Ihr Platz. Meiner ist weiter vorne.“ Sie guckt verdattert. Meinen Rucksack in der Hand zwänge ich mich freundlich lächelnd an ihr vorbei. Gehe zu Reihe 2. Und setze mich auf Platz 2F. Die anderen 2 Plätze daneben bleiben frei.

Karma. What comes around, goes around.

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