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Kontraste

Ecke Schlossplatz / Lustgarten kauert ein Mann auf dem Boden. Vor sich hatte er einen Becher mit Münzen platziert. Just in diesem Moment wird dieser von einem Fussgänger umgetreten. Es war keine Absicht. Sofort bücken sich Menschen und helfen die Münzen einzusammeln. Der Bettler bedankt sich und streckt jedem der vorbeiläuft seinen Becher entgegen. Man möge zusätzlich spenden. Doch niemand hört ihm zu. Es ist kalt. Die Menschen eilen weiter.

Ein paar Meter weiter steht ein Vater mit seinem Jungen. Beide spielen PokémonGo. Dahinter, auf der Brücke zum DDR Museum, posieren 2 Mädels vor der Handy Kamera ihrer männlichen Begleitung. Sie kichern. Das Leben ist schön. Im diesem Moment.

Ich steige in eine Droschke. Der Fahrer wendet, als ich ihm die Adresse nenne. Prenzlauer Berg also. Da gehöre ja auch viel den Schwaben. Die Schwaben hätten alle Geld. Würden viel investieren. Die Mieten wären dann 5 Mal so hoch. Auch in Friedrichshain würden sie investieren. Diese Schwaben. Er spricht es verächtlich aus.

„Das würde ich mal nicht so hochstilisieren“, erwidere ich. „Immerhin bleiben so die Gebäude in Schuss. Hätten andere Investoren die Gebäude gekauft, wer weiss….vielleicht wären die Mieten auch gestiegen. Ohne Renovierungen.“ Er nickt zustimmend. Auch viele Juden würden investieren. In ganz Berlin. Diese Juden.

Rechtsrhetorik?! Ich blicke angewidert aus dem Seitenfenster. Als er meinen Blick durch den Rückspiegel bemerkt legt er nach: „Aber auch Araber. Und die Scheichs.“ Es wird einfach nicht besser. Zum Glück sind wir am Hotel angekommen. Trinkgeld gebe ich keins. Aber das versteht er nicht.

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