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Maximize yourself – not your stuff

Jedesmal wenn ich einen Film über Minimalismus anschauen, werde ich etwas depressiv. Zwar ist es nicht so, wie wenn ich Designermöbel hätte, oder im Luxus leben würde. Auch besitze ich keine Eigentumswohnung, oder gar ein Auto. Aber es geht mir schon ziemlich gut. Und ich besitze Dinge. Teils nützliche Dinge. Aber eben auch Dinge die ich nicht mehr benötige.

Da wären zuerst einmal meine Bücher. Über 200 an der Zahl. Jahrelang hatte ich sie gesammelt. Und mittlerweile füllte sie jede Box in meinem Bücherregal.

Neulich wurde ich gefragt: „Bei einem Brand: welche 3 Bücher würdest Du retten?“

Meine Antwort fiel auf genau 3 Bücher, die ich sogar bereits als Hörbuch besitze.

Die Folgefrage war dann: „Und von den 3, welches 1 würdest Du auswählen? Im Zweifelsfall?“

Lange Zeit unterlag ich den Irrglauben, ein Bücherregal sagt etwas über den Intellekt seines Besitzers aus. Ein Blick auf ein grosses Regal: Zack. Du weisst alles über den Menschen. Dem das Regal gehört. Ja. Toll. Echt jetzt? Tatsächlich habe ich sehr viele davon nur 1 Mal gelesen. Sie sind thematisch sortiert. Natürlich auch nach Autor. Schaut gut aus. Moment, was? Wieso schleppe ich so viel Ballast mit mir rum? Bücher sind einfach zu bekommen. Manche dieser Bücher habe ich sogar als Hörbuch. Wieso also sollte ich sie weiter mit mir rumschleppen? Und wer etwas über mich und meinen Intellekt erfahren möchte, der sollte sich mit mir unterhalten.

Weitere Dinge, von denen ich wirklich viel besitze, sind Kleidung und Schuhe. Im Sommer habe bereits eine einer grossen Aktion 6 Altkleidersäcke beim Caritas abgegeben. Und der Kleiderschrank fühlt sich dennoch ebenso voll an, wie zuvor. Dabei trage ich seit ein paar Monaten immer wieder die gleichen Klamotten. Was mache ich mit den anderen? Warten bis Motten endlich auf einen Festschmaus vorbeikommen? Es ist unnötiger Ballast.

Früher war ich ein echter Mode-Junkie. Gepaart mit (m)einem Markenfetisch. Alles hat einen Brand. Und nichts ohne Brand schaffte es in meinen Kleiderschrank. Zu jedem Anlass besitze ich die passenden Klamotten. Und Schuhe. 45 Paar waren mein Rekord. Inklusive Wander-und Sportschuhe. Ich sah jedesmal aus wie aus dem Katalog.

Nun hörte ich von der 3-3-3-Methode: 33 Kleidungsstücke, 3 Monate tragen. Ich muss das unbedingt ausprobieren. Und zwar konsequent.

Von meiner Mietwohnung, inklusive der super schicken Einbauküche, mit integriertem Famlilienkühlschrank, möchte ich gar nicht anfangen. Nur so viel: 65qm sind einfach eine Menge Platz. Für eine einzelne Person. Selbst wenn mal Besuch kommt. Der über Nacht bleibt. Eine Decke reicht. Für beide.

Eigentlich braucht’s nix zum leben. Ausser Gesundheit, Glück und Liebe. Und das alles kann man bei IKEA und Amazon nicht kaufen.

Aber was brauche ich tatsächlich? Dabei geht es nicht um die komplette Entsagung. Wäre dem so, dann könnte ich meinen Job künden. Mich im Kloster anmelden.

Nein. Vielmehr geht es darum dem Leben einen Sinn zu geben. Shoppen ist es schonmal nicht. Also für mich. Konsum macht genau bis zu dem Punkt glücklich, bis man zu Hause ist. Erschreckend.

Die Fragestellung nach dem Nötigsten lautet also: Was würdest Du am wenigsten vermissen? Und wenn Du es jetzt schon nicht vermissen würdest, warum besitzt Du es noch?

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