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Nur natürlich

Du bis mein krassester Feind. An manchen Tagen habe ich für Dich so viel Mitgefühl übrig, wie Du mir Hassliebe entgegenbringst. Auch wenn mir das noch immer schwer fällt. Dabei hatte alles so gut angefangen. Wir beide haben uns mal richtig gut verstanden. Dann hast Du mir die dunkle Seite gezeigt. Mich in Fallen gelockt. Auflaufen lassen. Mich in Situationen gebracht, die komplett unnötig waren. Teils auch extrem gefährlich. Und das nicht nur einmal. 

Mit Dir habe ich die 7 Todsünden durchlebt. Alles mitgemacht. Weil ich es anfangs nie erkannt habe. Dir vertraute. Jedes. Verdammte. Mal. 

Immer wenn es gut war kamst Du an. Und hast es wieder und wieder kaputt gemacht. Mit Deiner unsagbaren Eifersucht. Letztendlich wurde es nur noch schlimmer.
Und wenn ich dann ganz unten war, jedes Mal ein Stückchen tiefer wie zuvor, dann hast Du mir wieder Halt gegeben. Klar gemacht, dass Du und nur Du mir helfen kannst. Weil die anderen da draussen mich nicht einmal sehen. Erneut habe ich mich dann darauf eingelassen. Wir haben uns gemeinsam erhoben. Wie der Phoenix aus der Asche. Sind abgehoben, weitergeflogen. Und zusammen gewachsen. Weil der Preis, was ich mir wert bin, nur mit „Mehr“ beantwortet werden kann. Und die Welt ja nicht und niemals genug ist. Und nie sein wird. Angeblich. 

Ständig spiegelst Du mir die Vergangenheit wieder. Meine Vergangenheit. Natürlich achtest Du darauf, dass mir nur ganz wenige, gute Erinnerungen bleiben. Solange nur die richtig Schlechten überwiegen. Die nimmst Du dann als Benchmark. Woran sonst solltest Du dich sonst später messen? Dabei warst Du es doch, der mir das immer wieder eingebrockt hatte. Damals schon. Und auch heute noch. 

Doch wenn es dann nicht greift, ich mich Deiner Macht entziehe, dann kommst Du mir mit Träumen. Luftschlössern aus Konjunktiven. Hinderst mich am gegenwärtigen Augenblick teilzuhaben. Mich zu entspannen. Mir Ruhe zu gönnen. Nagst an mir, saugst, raubst mir Energie. So unermesslich viel. Merkst Du gar nicht dass das zu Lasten von uns beiden geht? Wie es an uns zehrt? An uns beiden? Du verstehst es einfach nicht. Du bist nicht ich und ich bin nicht Du. Du bist nur ein Teil von mir. Mein Ego. Du hast nichtmal einen Namen. Denn Du bist ohne jegliche Identität. Und wenn ich Dich irgendwann brauchen sollte, dann sag ich Dir schon Bescheid. Du wirst sowieso kommen. Es liegt nämlich in Deiner Natur. 

Und jetzt geh weg. Ich möchte meditieren. Und dafür brauche ich Raum. 

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