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GFK Karte der Woche 3/58

Montag früh. Und während ich mir bewusst mache, dass ich mein Tellerchen aufgegessen hatte gestern, plätschert der Regen vor sich hin. Es ist ein milder Sommerregen. Allerdings geht das bereits seit Stunden so. Zumindest ist es nicht meine Schuld. Demnach kann ich beruhigt sein.

Zeit eine neue GFK Karte zu ziehen. Selbsteinfühlung. Spannend. Also nicht zu streng mit sich selbst sein. Vor allem keinen Selbsthass entwickeln. Puh!

Nun ist es nicht so das ich mich nicht mag. Gut, es gab schon andere Tage. Aber derzeit mag ich mich extrem. Ich bin liebevoll gegenüber meinen Mitmenschen. Ganz sicher sogar. Was allein schon daher rührt, da ich keine ironischen, gar sarkastische Aussagen treffe. Probleme behandle ich seit ein paar Wochen sogar eher belustigt. Freudig. Und lachend. Alleine das ich lache fällt anderen Menschen auf. Und sie begegnen mir ebenfalls weniger ernst. Ich empfinde das positiv. Weswegen ich das erstmal so lasse.

Meine Work-Life-Balance ist durchaus sehr ausgewogen. Was mich schon etwas stolz macht. Weil ich mitunter kein Maß gefunden hatte. Dafür mag ich mich auch.

Selbstfürsorge steht für mich mehr im Fokus denn je. In allen Belangen. Daher grenze ich mich auch besser ab. Menschen, mit denen die Kommunikation zu schwierig ist, aus dem Ruder läuft, gar gemein und respektlos, halte ich mir gänzlich fern.

Mein inneres Wohlbefinden gibt mir Kraft und Ruhe (nicht zu verwechseln mit Stille). Diese Ruhe sorgt dafür, dass ich morgens ganz entspannt vor dem Spiegel stehen kann. Ohne den Wunsch zu haben, mit der Faust reinzuschlagen. Ich mag mich dafür.

Es sind kleine Schritte. Mögen sie für andere ohne Bedeutung sein. Für mich sind es Erfolge. Resultierend daraus, dass ich beschlossen habe das mich dieses Leben und vor allem kein Mensch mehr so beutelt, dass ich daran verzweifle. Und kaputtgehe.

So. Freudigen Start in die Woche wünsche ich Euch. Umarmt Euch selbst ganz herzlich. Ich tue das auch.

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Blumen

Ich liebe Blumen so sehr. Wenn ich in diesem Leben nicht noch Florist werde, dann habe ich gute Chancen im nächsten als Blume wieder-geboren zu werden.“ ~Kritikverloren

So lange konnte ich die Kamera nicht anfassen. Sie lag da. Mit all dem Equipment. Und ich konnte es einfach nicht, Seit fast einem Jahr habe ich es nicht fertiggebracht die Kamera in die Hand zu nehmen. Bis letzte Woche. Und jetzt? Das ist jetzt das 3x diese Woche und ich merke, wie mehr und mehr Freude in mich und mein Leben zurückkehrt.

Und überall sind Blumen. So viele bunte und farbenprächtige. Am Wegrand. Auf Verkehrsinseln. Auf den Feldern. Überall.

Was mich überrascht: kaum jemand scheint sie wahrzunehmen. Sie sind halt da. Situation: gegeben. Aber nichts ist gegeben. Sie werden eingesetzt. Gepflegt. Und verändern das Stadtbild. Aber in gut. Nicht alle wissen das zu schätzen. Manche bekommen es nichtmal mit. Traurig. Irgendwie.

Daher fotografiere ich sie. Um ihre Pracht, die so vergänglich ist, festzuhalten. Ausserdem bin ich entzückt, wieviele Details man sichtbar machen kann. Bildschärfe. Fokussiert. Mit einem weichen Bokeh. Gerade bei Blumen hat das so viel Aussagekraft. Zauberschön.

Wenn Sie also mal durch Züri laufen und jemanden auf dem Boden, kniend, liegend, vor einem Blumenkübel, an der Strassenbepflanzung, mit einer Kamera sehen, sprechen Sie mich ruhig an. Und sagen ‚Sali / Hoi / Hallo‘. Ich werde Sie auch sicherlich nicht beissen.

Equipment: Sigma 24-70mm f2.8 Art, auf der Nikon D850 – ich bin völlig begeistert.

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No Limit

Beziehungen sind vergleichbar mit einem Casino-Besuch. Zu Beginn bist Du gut sortiert. Und aufgestellt. Du wirfst Dich in Schale. Erscheinst in neuem Glanz. Voller Vorfreude auf ein Abenteuer. Eine Reise voller Emotionen. Von unbestimmter Dauer. Du hältst Dich für innerlich stabil. Gefestigt. Mental health Champion.

Natürlich warst Du schon oft in diesen Räumen. Kennst den Ablauf. Die Regeln. Auch die Ungeschrieben.

Die Jetons sind Teile von Dir. Bruchstücke deines Herzens. Die Du bereit bist zu setzen. Wenn nötig auch All-in.

Wagemutig nimmst Du am ersten Tisch Platz. Poker. Texas Hold’em. Der Croupier mischt die Karten. Neue, frische Karten sind es. Du kannst es riechen. Ein unverbrauchtes Set.

Blinds. Mitgehen. Sehen wollen. Straight Flush. Full House. Jackpot. Die gewonnen Jetons fügen sich wie Mosaiksteine in Dein Herz ein.

Am nächsten Tisch erwartet Dich Black Jack. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung macht Dir Entscheidungen leichter. Du kannst Dich irren. Oder auch nicht. Gewonnen. Euphorie. Die Welt ist gut. Wie gerne würdest Du alle Tische bespielen. Was soll schon passieren?

Wie im Rausch wechselst Du zum Roulette. Laut ruft die Liebe: „Faites vos jeux!“ – Rouge. Natürlich. Die Liebe ist immer Rot. Wie das Blut, dass durch Deine Adern fliesst. Durch Deinen Körper strömt. Rauschend. Schnell. Rot, Wie Dein Herz. Das pocht. Laut. Der Kessel dreht sich. Entgegen dem Uhrzeigersinn flitzt die weisse Kugel durch das Liebeskarussel. „Rien ne va plus!“ Doch was ist das? Noir. Du verlierst einen Teil der Jetons. Schwarze Flecken werden sichtbar. Lücken. In Deinem Herzen. Und auch auf der Seele des anderen.

Fliege weg. Kragenknopf auf. Die Ärmel hochkrempeln. Noch ein Versuch. Noir. Was soll‘s. Irgendwann muss doch…..also noch eine Runde.

Als Du den Tisch verlässt hast Du bereits 2/3 von alle dem verspielt, was Du hattest. „Aufhören wenn es am Schönsten ist“, so lautete die Regel. Aber Du kannst nicht. Nicht mehr. Du willst den verlorenen Einsatz wieder rausholen. Mindestens. Und zwar rasch. Du versuchst ein anderes Spiel.

7 Eleven soll es richten. 2 Würfel. Rot. Ein Paar. Wer wagt gewinnt. Du bekommst etwas Kredit. Noch eine kleine Chance. Um‘s wieder Wett zu machen. Gehst wagemutig All-in. Doch: „Alea iacta est.“ Du weisst es. Die Würfel waren schon gefallen, bevor Du zum Wurf ansetzt. Keine 7. Kein Gewinn. Alles verloren.

Niedergeschlagen verlässt Du das Casino. Gehst auf die Strasse. Der Morgen graut. Und grauen wird es auch Dir. Wenn Du später Bilanz ziehst. Feststellst das Du mehr gegeben hast, wie Du wolltest. Ein Blick auf den Schuldschein des Casinos zeigt es Dir. Du bist bankrott. Innerlich. Denn Du hast Dein Herz verspielt. Und Deine Seele an den Teufel verkauft. Nur um nicht völlig zu Grunde zu gehen.

So ist das. Mit der Liebe. Dem Spiel. Und dem Glück. Wir verzocken unsere Herzen. Immer wieder. Es ist wie eine Sucht. Die niemals endet.

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Kleine Fotoellitour

Nun habe ich mir gestern Abend doch die Kamera geschnappt und bin losgezogen. Meine gewohnte Laufstrecke führt zum unteren Katzensee. Ein Naturschutzgebiet mit einer grossartigen Artenvielfalt. Gerade Vögel sind hier in rauen Mengen unterwegs. Aber der Fokus lag gestern auf den Farben der Natur.

Jede Jahreszeit hat ihre Farben. Und im Sommer sind es Grün und Gelbgold, die einfach die Landschaft dominieren. Gerade wenn sich die Sonne langsam dem Horizont nähert, auf den Weizen scheint. Und leuchten lässt. Ich könnte stundenlang dastehen und mir das anschauen. So zauberschön ist das.

Das Equipment: für die Nikon D850 habe ich ein prima Weitwinkelobjektiv. Das SP 15-30mm F/2.8 Di VC 99 USD G2 Nikon, von Tamron. Zusätzlich nutze ich den NiSi S5 Pro-CPL Filter und das Tripod von Peak Design. CrowdFund sei Dank.

So, genug geschnackselt. Hier eine kleine Auswahl der Resultate, enjoy.

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A, B, oder C….?

Immer wenn mir jemand erzählt „ich bin nicht frei“, fällt irgendwo ein Entscheidungsbaum krachend auf den Boden. Denn dann mache ich mir bewusst wie viele Entscheidungen wir Tag für Tag treffen. Unabhängig für wen. Und egal von welcher Tragweite.

Unbestritten ist dabei, dass einige unserer Entscheidungen nicht zwingend den gewünschten Effekt haben. Ziemlich sicher ist jedoch, dass wir am Ende damit leben müssen. Inklusive aller Konsequenzen, die es mit sich bringt. Wobei dies gut, oder eben weniger gut für uns sein kann.

„Aber das und das, darf ich nicht entscheiden. Daher bin ich unfrei.“ – ein Folgeargument, dass ich ebenfalls oft höre. Welches meines Erachtens schlichtweg falsch ist. Denn nicht nur Du triffst Entscheidungen, sondern eben auch andere. Und die sich daraus ergebenen Konsequenzen korrelieren vielleicht nicht mit Deinen Erwartungen. Deswegen bist Du aber noch lange nicht unfrei. Denn Du kannst für Dich selbst entscheiden, ob Du diese Entscheidung akzeptierst. Oder eben nicht.

Frei zu sein bedeutet nicht in kompletter Anarchie zu leben. Sonst würde in einer Gemeinschaft nämlich jeder das tun, worauf sie/er gerade Lust hat. Und weil nicht alle Menschen rücksichtsvoll miteinander umgehen, gibt es Gesetze. Die mitunter das Zusammenleben und Miteinander regeln. Auch das hat mal irgendwann wer entschieden. Und wenn man darüber genauer nachdenkt, dann ergibt das auch Sinn. Somit haben wir einen Rahmen, innerhalb dem wir Entscheidungen treffen können.

An dieser Stelle erspare ich uns jetzt die Gegenargumente für Superlativ-Beispiele a la: „Ich darf nicht frei entscheiden ein AKW in meinen Garten zu bauen.“

Derart Aussagen kommen mitunter von Menschen, die schon grundsätzlich hanebüchene Fallbeispiele als das Gelbe vom Ei ansehen. Diskussionen auf so einer Ebene sind einfach pointless. Also: zurück zum Thema.

Es steht uns in unseren Breitengraden ziemlich offen, zu entscheiden was wir wollen. Wir tun das alle. Tagtäglich. Das mögen kleinere Entscheidungen sein, zum Beispiel was wir essen möchten. Wie wir unseren Tag gestalten. Oder wir treffen eben welche mit grösserer Tragweite. Letztendlich müssen wir für uns abwägen, ob wir damit die gewünschte Erwartung erfüllen. Auch welche Folgen es haben kann. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Wir können uns nur irren, oder ins Schwarze treffen. Und selbst wenn wir einem Irrglauben unterlegen sind, so steht es uns frei nachzujustieren. Wenn dies möglich ist.

Ich zum Beispiel habe vor über 25 Jahren eine Entscheidung getroffen. Eine weitreichende. Letztendlich hat sie meinen Weg bis heute mitgeprägt. Die Reise die ich damals angetreten bin, alleine, ist ein einziges Abenteuer. In dem ich viele zusätzliche, weitere Entschlüsse gefasst habe.

An manchen Tagen muss ich mir sehr bewusst machen, dass dies wohl die mit einschneidendste Entscheidung meines Lebens war. Denn ohne sie, wäre ich vermutlich nicht der, der ich heute bin. Weil ich einen ganz anderen Weg gegangen wäre.

Auch der Mensch, auf den mein Entscheid einen Einfluss gehabt hatte, musste für sich dann Entscheidungen treffen. Was auch geschah.

Wir beide müssen bis heute damit leben. Und umgehen.

Natürlich steht es uns frei dies alles zu ändern. Aber eben nur in einem gewissen Rahmen. In besagtem Fall allerdings würde es vermutlich alles sprengen. Und dennoch sind wir frei. Verrückt, ne!?