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Plus. Minus. Gleichgewicht.

Ich glaube nicht an Zufälle. Nichts passiert ohne Grund. Niemals. Und ich vertraue darauf, dass das Universum einen Plan hat. Dieser muss nicht zwingend perfekt sein. Und vielleicht muss er hier und da angepasst werden. Aber auch das gehört zu der Veränderung, die uns stetig begleitet. Letztendlich ist es meist ausgewogen. Daher treffen wir, aus meiner Sicht, immer 2 Arten von Menschen. Die, durch die wir lernen und die, die von uns lernen. Denen wir eine Stütze sind. Somit begegnen wir immer exakt denjenigen in unserem Leben, die es gerade braucht. Die Kunst ist es, den Fokus nicht nicht auf denjenigen zu haben die Negativität bringen. Selbst wenn es menschlich ist. Und gerade Negativität ist allgegenwärtig. Schon immer.

Seit der Urzeit erkennen & analysieren wir alle möglichen Situationen (z. B. Gefahren) Leiten, wenn nötig, Gegenmassnahmen ein. Das ist ein Urinstinkt. Wir werden damit geboren. Und er wird, im Laufe unserer Erziehung, weiter trainiert. Schon als Kleinkind wird unser Verstand vermehrt auf das Negative gerichtet. Gefahr hier, aufpassen da, nicht machen dies.

Versteh mich jetzt hier bitte nicht falsch. Natürlich ist es wichtig Kinder vor Gefahren jeglicher Art zu schützen. Und sie davor zu bewahren. Sehr sogar. Kinder können eben nicht wissen was passiert wenn man einen Schraubendreher in eine Steckdose steckt. Oder welche Folgen ein Griff auf eine Herdplatte hat, die angeschaltet ist. Auch nicht, welche Auswirkungen Flugkraft und Schwerkraft beim verlassen einer Schaukel haben können.

Und dennoch ist es wichtig eine Balance zu schaffen. Nämlich zwischen dem Negativen und dem Positiven. Kinder brauchen auch Bestätigung. Wollen gelobt werden. Und wie oft, oder weniger häufig, geschieht das? Bisher konnte ich das selten beobachten. Meist lassen Eltern ihre Kinder einfach machen. „Lass mal, die spielen gerade so schön.“ Ja. Und sagst Du es Ihnen auch? Oder wartest Du darauf das einer den anderen schubst? Oder an den Haaren zieht?

Und auch später, im schulfähigen Alter. Viel Negativität. Häufig ausgelöst durch Druck.

Vor ein paar Jahren war ich als Zuschauer bei einem Kindermarathon. Ehrlich gesagt war ich zeitweise geschockt. Es gab so viele Kinder die bereits im Vorfeld traurig waren. Und am Ende erst. Warum? Weil sie wussten das jetzt ihre Leistung abgerufen wurde. Für alle sichtbar. Ob sie das schaffen. Oder ‚versagen‘ würden. Teils angespornt von ihren leistungsorientierten Eltern. Es war für viele einfach purer Druck. Einige hatten bereits während des Laufs schon geweint. Andere währenddessen Und ich konnte ihnen das nachempfinden. Die heftigste Beobachtung, die ich an diesem Tag machte, war ein Kind das sich unter Tränen bei seinen Eltern entschuldigte. Weil die Tagesform wohl nicht den Erwartungen entsprach. Der Vater wuschelte dem Kleinen kurz durch das Haar. Sagte kurz etwas (ich konnte es nicht hören). Dann verliessen sie den Sammelpunkt. Schweigend. Ihren weinenden Zögling im Schlepptau.

Natürlich kann ich es nur mutmassen, aber ich glaube nicht, dass dieses Kind etwas Gutes von diesem Augenblick in Erinnerung behalten hat.

Negativität wird heutzutage mehr gefördert, denn je. Es zieht sich durch alle Altersstufen. Und es geschieht auf die unterschiedlichsten Art und Weisen. Manchmal offensichtlich. Aber auch subtil. Ständig geht es darum ganze vorne mit dabei zu sein. Mehr zu besitzen. Macht auszubauen. Denn nur so kann man angeblich heutzutage bestehen. Das Leben als Wettbewerb. Daher befinden wir uns häufig im Alarmzustand. Wenn auch unterbewusst. Wir lauern geradezu darauf. Weil wir wissen: irgendwer/-was wird kommen. Wird uns den Platz streitig machen. Unsere Position. Eine Rolle entreissen. Uns das Leben schwer machen. Und dann haben wir plötzlich ein Problem. Befinden uns in einer Situation, aus der wir nur schwer rausfinden. Aber, ist das tatsächlich so? Oder lediglich nur eine Empfindung?

Betrachte ich mir mein Umfeld, so stelle ich fest: es gibt viel Gutes. Ziemlich viel sogar. Nur, wieso ist mir das zuvor nicht aufgefallen? War es vielleicht gar nicht da? Doch. War es. Und vermutlich schon immer. Ich konnte es nur nicht sehen. Nicht das ich es nicht wollte. Ich konnte es einfach nicht. Was hat sich verändert?

Da wäre zuerst einmal die Tatsache, dass ich noch selektiver geworden bin. Ich schaue mir sehr genau an, mit welchen Menschen ich Kontakt habe. Und erst recht, mit wem ich mehr wie nur 2, 3 Sätze wechsle. Ein Sprichwort sagt: „Du bist die Summe der 5 Menschen, die Dich umgeben.“ Daher ist der Kreis derer, mit denen ich häufiger Kontakt habe relativ klein. Eben so, dass es mir gut tut. Treffe ich auf Menschen die eine negative Grundhaltung haben, versuche ich das nachzuempfinden. Zu verstehen. Jedoch lediglich bis zu einem gewissen Grad. Denn ich möchte nicht zwingend deren Probleme zu meinen eigenen machen. Schon gar nicht nicht, wenn mir das Problem am Ende wichtiger erscheint, wie der Betroffenen Person selbst. Dennoch brauche ich ein gewisses Grundverständnis. Als Basis. Um mir die folgende Frage zu beantworten: „Was möchte mir das Universum gerade mitteilen?“ Dabei geht es nicht darum Probleme völlig zu umgehen. Oder gar zu verdrängen. Sondern vielmehr darum aus ihnen zu lernen.

Um mich auf eine Lösung zu fokussieren benötige ich Raum. Headspace. Eben. Also schaue ich mir die äusseren Einflüsse genau an. Manche kann ich beeinflussen. Andere wiederum muss ich als gegeben hinnehmen. Beispielsweise kann ich selbst steuern welche Arten an Informationen ich aufnehme. Auch die Menge kann ich weitestgehend frei bestimmen. So habe ich seit dem Lockdown zusätzlich diverse Dinge für mich geändert.

Da wäre mein Bücherregal. Eine wahre Flut an Informationen. Über alles Mögliche. Ja, es gibt auch gute Bücher. Freilich. Aber brauche ich die alle? Muss ich jedes geschriebene Wort tatsächlich lesen? Ist das essentiell? Bringt es mich weiter? Kann sein. Aber viele Themen sind auch einfach nur belastend. Und halten mich unnötig fest. Auf. Schliesslich liegt es in unserer Natur, über Themen nachzudenken. Daher, Bücherregal: Raus. Weg.

Mein TV. So unfassbar viel Information. Teils völlig unreflektierter Mist, der dadurch auf Menschen einströmt. Filme voller Gewalt. Schwachsinn. Müll. Nachrichten die jeden Tag gefühlt nur noch schlechter werden. Und zwar seit Jahren. Talkshows, in denen den Zuschauern suggeriert wird: hier wird Politik gemacht. Letztendlich aber nur eine Plattform sind, um das Aufmerksamkeitsdefizit der, gefühlt, immer selben Personen zu befriedigen. Also: TV. Raus. Weg.

Und kaum hatte ich dies alles getan, hatte ich plötzlich mehr Raum. Nicht nur physisch. Nein. Vor allem im Kopf. So gigantisch viel Platz. Ganze Schubladen voll Müll lösten sich auf. Einfach so. Mein innerer Schubladenverwaltungsassistent liegt seitdem komplett entspannt in einer Hängematte und strahlt vor Glück. Er strahlt so sehr, dass ich seine positive Energie förmlich spüren kann. Und damit das so bleibt, gehe ich neue Eindrücke sammeln. Nur diesmal vermehrt positive. Ich beschäftige mich mit meinem Achtsamkeitsstudium. Ausgiebig. Lese viel. Höre mir Vorträge an. Aber eben nur das was mit gut tut. Und wohldosiert. Minimierung von geistigem Ballast. Gehe spazieren. Meditiere. So mache ich mir jeden Tag darüber bewusst, was mir gut getan hat. Und auch warum. Das speichere ich ab. Mein Schubladenverwaltungsassistent packt es freudenstrahlend in ein Schublade. Und legt sich zurück in seine Hängematte. Ganz entspannt. Weiter Glück ausstrahlend.

Das alles wirkt sich auch auf meine Gedanken aus. Somit auf meine Art zu sprechen. Ruhig. Meine Wortwahl. Wohl bedacht. Letztendlich auch auf meine Ausstrahlung aus. Geschäftliche Video-Anrufe sind plötzlich stressfreier. Egal wie dringend ein Thema gerade ist. Und trotz der gesamten Krisensituation habe ich nicht den Eindruck, dass nicht ausschliesslich negatives in meinem Leben wirkt. Schon gar nicht übermässig viel. Es ist tatsächlich ausgewogen.

Heute sehe ich Probleme als eine Lektion an. Etwas, woraus ich lernen kann. Auch Menschen. Egal ob positiv oder negativ. Sie sind eine Bereicherung. In die ein oder andere Richtung. Diese Betrachtung entscheidet sich grundlegend von der, die ich noch vor 1-2 Jahren hatte. Achtsames Leben ist für mein Verständnis bedeutend mehr, als nur aufmerksam zu sein. Achtsamkeit fördert nicht nur unsere Wahrnehmung. Sie unterstützt uns auch das Gleichgewicht zu halten. In allen Belangen. Und offen für das Leben zu sein. Dies inkludiert, dass wir uns nicht ausschliesslich mit schlechten Dingen beschäftigen. Sonst ist am Ende alles grau. Anstatt voll Farbe. Und Leben.

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  1. Pingback: Aus Liebe zu mir selbst | | kritikverloren

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