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Stiller Sturm

Dieses Bild ist meine erste Langzeitbelichtung von 30 Minuten. Fotografiert habe ich es am 30. April 2019, knapp 1 Stunde vor Sonnenuntergang, in Warnemünde. Im Nachgang habe ich unzählige Belichtungsaufnahmen in dieser Dauer durchgeführt. Aber kein Resultat reichte bisher an dieses Bild heran.

Ich liebe es. Es zeigt so viel. Drückt so viel aus. Selbst das, was mir damals verborgen geblieben war, als ich auf den Auslöser gedrückt und gewartet habe. Alles, was an diesem Tag war. All das was danach kam und jetzt darauf folgt.

Die Ostsee war sehr unruhig an diesem Tag. Kalter Wind peitschte umher. Doch das sieht man auf diesem Bild nicht. Die Einstellungen der Kamera haben die Bewegungen eingefroren. Dennoch waren sie da. Wie im echten Leben. In meinem Leben. Aber auch dort habe ich sie nur unterschwellig wahrgenommen. Jedoch nicht tatsächlich registriert.

Das einzige das auf diesem Bild klar zu sehen ist sind die Holzpflöcke. Die dort schon seit Jahren aus dem Sand ragen, in dem sie tief eingegraben sind. Ruhig. Standhaft. Sie sind gezeichnet vom Wasser drumherum. Das unerbittlich mit seinen Wellen und Bewegungen um sie herum agiert. Äussere Einflüsse, Umweltbedingungen. Die an den Balken ihre Spuren hinterlassen.

Sie reichen vom sicheren Land ein paar Meter in die See. Ein Weg, ein Pfad. Den man entlangbalancieren kann. Plötzlich endend. In die Bewegung mündend. Dem Drumherum. Kurz vor dem Ziel: ein Unterbruch. Dann geht er weiter.

Wir sind alle miteinander verbunden. Auch mit unserem Planeten. Und während früher die Menschen versucht haben Ereignisse zu deuten, so haben wir verlernt unsere Erde und das Universum zu verstehen. Wir brauchen für alles einen wissenschaftlichen Beweis, einen Beleg. Immer. Dabei kommuniziert im Universum alles miteinander. Weil es nur dieses eine Leben gibt. Das wir sind. Jeder von uns.

Und hätte ich dieses Bild bereits damals so gesehen, wie ich es heute sehe und verstehe, ich hätte es als Vorwarnung verstanden.

Heute weiss ich für mich das die Zukunft bereits geschrieben war. Der Moment war unvermeidbar. Allerdings hätte ich mich besser darauf vorbereiten können.

 

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  1. Pingback: Erlebnisse in C-Mol | | kritikverloren

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