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Supernovasternstaubexplosion

Da sind wir nun. Zusammen. Ineinander verschlungen. Und unterhalten uns. Wir sprechen von der Zukunft. Auch von der Liebe. Wir sprechen über all das. Was wir vom Leben erwarten. Unsere Sehnsüchte und Wünsche. Jeder von uns bekommt ein Bild vom anderen. Merkst Du wie es sich aufbaut? Stück für Stück. Fragmente. Die sich zusammensetzen. Wie ein Puzzle. Dem wir zuvor eine Form gaben. Jeder für sich kennt das Bild am Schluss.

Ein Teilchen hier. Ein anderes da. Das Bild festigt sich. Der Grundriss war schon längst in Beton gegossen. Doch wir lassen es uns nicht nehmen besondere Stellen mit Gips zu fixieren. Da. Noch ein Element. Das Kunstwerk nimmt Form an.

Entdecken wir ein ein neues Detail lächeln wir uns an. Und fügen es mit einem freudigen ‚Oh, oha! So siehst Du das? Das ist ja zauberschön’ ein. Deine Augen funkeln. Wenn Du lächelst. So glücklich.

Anfangs gehen alle Teilchen ganz einfach. Fügen sich ineinander. Ganz leicht. Ohne Druck. Die, die nicht so passen, sehen wir nicht. Und wenn schon. Wir malen einfach drüber. Ein Klecks Farbe hier. Dort drüben. Alles ist ganz wunderprächtig. Bunt. Wir nähern unsere Bilder aneinander an. Schauen zu wie sie sich verbinden. Sie verschwimmen. Nein, verschmelzen ineinander. Belustigt schauen wir zu. Nehmen dabei nicht wahr, wie weiter unten Lücken bleiben.

Der Gips trocknet. Die Farbe. Auch. Es kommt zu Spannungen. Unmerklich. Schleichend. Da! Ein Riss, im Bild. Egal. Die Farbe wird es richten. Tut sie aber nicht. Gips bröselt. Farbe platzt auf. Nur noch ein paar Teilchen. Doch, soweit kommen wir nicht. Elemente lösen sich. Springen raus. Du fängst eins auf. Hoffst darauf das ich es nicht bemerke. Und fügst es an anderer Stelle wieder ein. Wird schon passen. Irgendwie.

Das Bild verändert sich. Und war es zu Beginn so genau wie ein Portrait von da Vinci, so wechselte der Stil. Über Spitzweg und Klimt. Bis hin zu Miro. Am Ende ist die Abstraktion deutlich zu sehen. Und hat so gar nicht mit dem zu tun, was wir uns vorgestellt haben. Wir drehen die Bilder. Verrenken unsere Hälse. Das muss doch. Oder eher so rum? Erstaunen. Nichts passt. Nichts ist zu erkennen. Es werden immer mehr Risse. Hastig versuchen wir sie zu füllen. Mit bewährten Methoden. Doch es klappt nicht. Verzweifelt schauen wir uns an. Du sagst kühl: „Du bist es nicht. Es tut mir leid.“ Dein Lächeln. Weg. Und auch das Funkeln in Deinen Augen. Es ist einfach weg. Ich nicke zustimmend. „Wir sind es nicht.“ Und das Kunstwerk implodiert. Mit einem grellen Blitz. Licht breitet sich aus. Ich löse mich auf. Doch das nimmst Du schon gar nicht mehr wahr. Denn da hast Du Dich bereits umgedreht. Und gehst. Ein anderes Bild wartet schon auf Dich.

3 Kommentare

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