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Wertlos vs Wertvoll

Heute ist ein ganz normaler Tag. Zumindest für mich. Vor einiger Zeit war es ein sehr schöner Tag. Das wird er heute sicherlich auch sein. Nur eben nicht besonders. Das ist vorbei. Vergangenes. Und weil das so ist, weil es eben ist, wie es ist, wird auch zukünftig so sein.

Nun ist es nicht, wie wenn ich das so entschieden hätte. So völlig frei. Nein. Es wurde so entschieden. Unter dem Deckmantel von „Ich will doch nur das Du glücklich bist. Dein Leben so leben kannst wie Du es möchtest.“ Doch eigentlich war es anders. Das Gras auf der anderen Seite des Zauns war plötzlicher grüner. Es gab also neue Optionen. Und Optionen sind das, was unser Leben so unbeständig macht. Es gibt einfach zu viele davon.

Zwar fühlen wir uns Menschen verbunden. Auch Dingen. Themen. Einer Sache. Jedoch das allein reicht meist nicht für eine Verbindlichkeit. Selbst wenn wir es versprochen haben. Uns zu etwas commited haben. Wir erleben das ins so vielen Bereichen. Jeden einzelnen Tag.

Alles und jeder ist austauschbar. Das dem so ist, lernen wir relativ früh in unserem Leben. Auch das nichts für die Ewigkeit ist. Am Ende ist Veränderung das einzige, was tatsächlich Bestand hat.

Dazu kommt, dass wir weniger konfliktfähig sind. Somit gehen wir Problemen lieber aus dem Weg. Anstatt sie klar anzusprechen. Nach Lösungen suchen. Doch selbst wenn wir es tun, so geht es meist nicht um Konsens. Sondern lediglich um das Durchpressen der eignen Interessen. Vorteile. Dabei ist Konsens so viel mehr. Es ist Wertschätzung. Tatsächlich. Denn wir zeigen damit, dass man die Meinung des anderen schätzt. Dessen Position versteht. Und daher versucht diese mit den eignen in Einklang zu bringen. Wäre da nur nicht die eigene Gier. Oder wie wir es zu gerne nennen: „das Stillen der eignen Bedürfnisse“.

Bedürfnisse können sich in vielerlei Hinsicht zeigen. Neben dem Wunsch, etwas zu besitzen, kann es auch der Wunsch nach Harmonie sei. Harmonie bedeutet eigentlich Einklang. Ausgewogenheit. Dies zu erreichen ist meist schwer. Dennoch machbar. Wenn da nur nicht diese vielen Optionen wären. Und diese sind eben nicht immer die Lösung. Optionen sind eine Prüfung. Die das Leben uns stellt. Sie testen uns auf so viele Art und Weisen. Ob wir widerstehen können. Unsere Gier im Zaum halten. Ob wir tatsächlich andere wertschätzen. Oder ob wir sie lediglich so lange in unserer Struktur halten, wie sie nützlich erscheinen. Auch, wie wir Harmonie erlangen. Unseren Ausgleich durch Flucht, oder eben tatsächlich damit bewältigen, dass wir ein Problem lösen. Für beide Seiten. Nicht einseitig. Und Optionen testen unsere verbundene Verbindlichkeit. Das Versprechen, dass wir einem anderen Menschen gegeben haben. Können wir den entgegengebrachten Vertrauen gerecht werden? Manche Menschen sind dazu in der Lage. Und die anderen? Die sollten diesen Text nochmal lesen. Denn dies alles handelt von Werten.

2 Kommentare

  1. Optionen. So wichtig. So verlockend. So gefahrvoll. Letztendlich sind jedoch nicht die Option das Ausschlaggebende, sondern die auf Grund der vorhandenen Optionen gefällten Entscheidungen und Handlungen.

    • Das ist korrekt. Letztendlich geht es eben auch darum, dass man sich neben seinem bewussten Handeln auf über die eigne Verantwortung bewusst ist. Die man zum Beispiel hat, wenn man eine Verbindlichkeit eingeht.

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