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Wertschätzung erzeugt Augenhöhe

Wertschätzung ist ein sehr subjektives Gefühl. Und zwar in beide Richtungen. Nämlich sowohl in die des Empfängers, als auch in die des Senders. Gleichzeitig ist sie geschlechterunabhängig. Jedoch sehr individuell. Daher kann fehlende Wertschätzung schnell dazu führen, dass die Augenhöhe verloren geht. Ein Machtgefälle entsteht. Subtil. Mitunter selbstkonstruiert.

Manchmal hat man gar nicht das Gefühl das man Wertschätzung empfängt. Es vielleicht auch gar nicht kennt. Und nicht weiss wie es sich anfühlt. Anzufühlen hat. Und daher nicht erkannt wird. Selbst wenn Sie uns zuteil wird.

Hierzu fällt mir eine Geschichte über die Entdeckung Amerikas ein: die Ureinwohner standen am Strand und blickten auf das Meer. 3 Schiffe kamen auf sie zugesegelt. Anfangs nahmen sie diese gar nicht richtig wahr. Sie registrierten die Schiffe überhaupt nicht. Weil sie sowas noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen hatten. Bis sie die Konturen immer besser erkennen konnten. Eine Form sichtbar wurde.

Wir Menschen brauchen Formen. Wollen Dinge greifen können. Begreifen. Kategorisieren. Um sie einzuordnen. Oftmals bewerten wir diese Form dann auch. Was schlussendlich eine Emotion auslöst. Im Fall der Wertschätzung ein Glücksgefühl. Wir fühlen uns wahrgenommen. Gesehen. Verstanden. Bestätigt. In unserem Empfinden. Dem was wir sagen & tun.

Doch wie verhält es sich bei den Sendern?

Bringest Du anderen tatsächlich die Wertschätzung entgegen, die sie verdienen? Spürbar!? Auch wenn sie gerade für einen Augenblick schwach sind. Am Boden liegen. Sich wieder aufrappeln wollen. Hilfst Du ihnen dabei? Spricht ihnen Mut zu? So das sie sich aufrichten können. Wieder auf Augenhöhe befinden. Mit Dir.

Siehst Du diesen Menschen überhaupt? Durchaus eine sehr schwierige Übung. Andere zu sehen. Manche wollen das. Aber sie können es gar nicht. Die Gründe sind mannigfaltig. Sei es innere Blindheit. Geblendet von ihrer Strahlkraft. Ihrem Spiegelbild. Ihrer Selbstwahrnehmung. Dem eigenen Ego. Oberflächlichkeit in ihrer reinsten Form.

Aber es kann auch Angst sein. Weil damit nämlich auch Verantwortung einhergeht. Und die ist für manche eine Last. Die sie nicht schultern können. Denn jemanden zu sehen, tatsächlich so wahrzunehmen wie sie/er ist. Und anzunehmen. Das ist schon eine hohe Kunst.

Oder beschleicht Dich gar das Gefühl das dieser Mensch nur Aufmerksamkeit erhaschen möchte? Denkst Du: „Ey, ich wertgeschätzte mein(e) gegenüber gerade total. Wieso kommt das nicht an? Wieso reicht das nicht?“

Es ist nur allzu menschlich das wir von Zeit zu Zeit auch schwach sind. An uns zweifeln. Nach Bestätigung und Anerkennung suchen. Wir sind Lebewesen. Und können nicht ständig nur performen. Trotz dem allgemeinen Leistungsdruck. Der Schnelllebigkeit. Abgesehen davon halten das nur ganz wenige auf Dauer durch. Ohne Schaden zu nehmen. Wertschätzung gibt uns neuen Auftrieb. Wirkt wie ein Energy-Booster.

Zusätzlich leben wir in einer Zeit, in der viele Dinge keine Rolle mehr spielen, die man sich früher so sehr gewünscht hat. Die man damals nicht hatte. Sei es Vernetzung, Reisen. Luxus per Knopfdruck. Alles möglich. Für jeden. On demand. Wir haben uns in dem letzten Jahre an so vieles gewöhnt. So schnell. Und dabei das Wesentliche aus den Augen verloren. Uns selbst. Und unsere Mitmenschen.

Verloren ging dadurch auch Mitgefühl. Die Fähigkeit andere zu sehen. Nicht nur ihre „schöne Hülle“. Sondern so wie sie tatsächlich sind. Dabei sind Respekt und Wertschätzung doch essenziell für uns alle.

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